Drei Frauen werfen einem Arzt am Elbe-Elster Klinikum nach übereinstimmenden Recherchen der Lausitzer Rundschau und des ARD-Magazins „Kontraste“ sexuelle Belästigungen vor. Der Mediziner soll die Frauen bei Ultraschall-Untersuchungen in seinem Behandlungszimmer unter anderem im Schambereich berührt haben, obwohl sie über Beschwerden im Magen und im Brustkorb geklagt hatten.
Die Vorwürfe kommen ans Licht, weil zwei der Frauen ihrer Hausärztin von den vermeintlichen sexuellen Belästigungen erzählten. „Sie wollten nicht mehr ins Elbe-Elster Klinikum überwiesen werden. Die Frauen haben weitere Untersuchungen bei dem Arzt ausgeschlossen“, sagt die Hausärztin Stefanie Frank.
Die Medizinerin habe ihren Patientinnen geraten, den Arzt anzuzeigen. Doch diese beiden vermeintlichen Belästigungen sind bereits verjährt. Die Lausitzer Rundschau und „Kontraste“ haben mit einer dritten Frau gesprochen, die von einer sexuellen Belästigung durch denselben Arzt spricht. Sie ist keine Patientin von Stefanie Frank. Im Sommer 2020 hat sie den Arzt angezeigt, nachdem sie von einer Arbeitskollegin von anderen Frauen erfahren habe.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Cottbus hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Arzt eingeleitet – wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses, bestätigt Sprecher Detlef Hommes auf Anfrage der Lausitzer Rundschau und „Kontraste“.
Auf Nachfrage der Lausitzer Rundschau sowie des ARD-Magazins „Kontraste“ antworten Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) und Elbe-Elster-Klinikum-Geschäftsführer Michael Neugebauer, dass ihnen keine Fälle bekannt seien, in denen bisher ein derartiges Fehlverhalten eines Mitarbeiters festzustellen war.
Der mit den konkreten Vorwürfen konfrontierte Arzt lässt die Vorwürfe durch seinen Anwalt als falsch zurückweisen. Diese seien von einem persönlichen Interesse einer Person geleitet, mit der alle Frauen in Kontakt stünden.