„Ich konnte nicht anders - als Christin, Schwester und Mensch“, sagte die Schwester vor der Verhandlung. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr „Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt“ vor.
Die Oberzeller Franziskanerinnen hatten in den Jahren 2019 und 2020 jeweils eine Nigerianerin für vier Monate beziehungsweise gut zwei Monate ins Kloster Oberzell in Zell am Main aufgenommen. In beiden Fällen hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Zulassung eines Asylverfahrens abgelehnt.
Nach dem Dublin-Verfahren sollten die Frauen nach Italien zurück, da sie dort die Europäische Union zum ersten Mal betreten und sich registriert hatten. „Aus unserer Sicht wären beide Frauen bei einer Rückkehr nach Italien in sehr großer Gefahr gewesen, erneut Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution zu werden“, sagte die 38-jährige Schwester.