Überflutung Kinder im letzten Moment gerettet

Saint-Julien-de-Peyrolas / Peter Heusch 11.08.2018

Von einem 67-jährigen Deutschen, dessen Wohnwagen bei einem Unwetter von einem Zeltlager nahe der Gemeinde Saint-Juli­en-de-Peyrolas in Südfrankreich weggerissen worden war, fehlt weiter jede Spur. Er war einer der Betreuer von 119 deutschen Kindern, die dort ihre Ferien verbrachten. Die beiden Verantwortlichen des Ferienlagers wurden in Polizeigewahrsam genommen.

Das Unwetter hatte den Fluss Ardèche über die Ufer treten lassen. Wasser und Schlamm überspülten den Campingplatz und verwüsteten ihn vollständig.

Die 119 Kinder waren mit dem kirchennahen Verein „Jugendförderung St. Antonius Leverkusen“ auf das Gelände gekommen. Sie wurden praktisch in letzter Minute aus dem innerhalb weniger Minuten bis zu zwei Meter unter Wasser stehenden Zeltlager in Sicherheit gebracht.

„Es ist ein Wunder, dass es nur einen Vermissten gibt, und sonst niemand ernsthafte Schäden erlitt“, sagte ein Helfer. Drei Kinder und vier Betreuer wurden wegen Unterkühlung in ein Krankenhaus gebracht, die anderen in die Mehrzweckhalle der Gemeinde.

Gestern Mittag traf ein Kleintransporter mit Kleidung, Schlafsäcken und Isomatten aus Deutschland ein. Für gestern Abend wurden die Busse für ihre Heimreise erwartet.

Die deutschen Verantwortlichen des Ferienlagers wurden von der Polizei verhört. Ihnen droht eine Anklage wegen Personengefährdung, da sie den Campingplatz ohne Genehmigung auf einem als Überschwemmungsgebiet ausgewiesenen Terrain eingerichtet und die Warnung des Bürgermeisters vor zwei Tagen ignoriert hätten.

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