Frankfurt Keine Experimente mit dem Ebola-Patienten

Frankfurt / DPA 04.10.2014
Der an Ebola erkrankte Arzt, der in der Frankfurter Uniklinik liegt, wird medizinisch normal betreut. Er erhält kein experimentelles Medikament.

Nach der Ankunft am Frankfurter Flughafen war der infizierte Arzt mit einem Spezialfahrzeug in die Uniklinik gebracht worden. Mehrere Helfer in Ganzkörper-Schutzanzügen begleiteten ihn. Die Isolierstation des Frankfurter Klinikums verfügt unter anderem über eine eigene Luftversorgung.

Der Erkrankte bekomme eine unterstützende Therapie, erläuterten die Ärzte. Experimentelle Arzneien würden derzeit nicht eingesetzt. Die Mediziner versorgen ihn vielmehr mit Flüssigkeit und behandeln die Symptome. Kreislauf und Atmung werden unterstützt. Im Einsatz sind in den nächsten Tagen acht Ärzte im Schichtdienst und mehrere Pfleger.

Oberarzt Timo Wolf sagte, es bestehe die "durchaus berechtigte Hoffnung, dass der Patient diese Erkrankung gut überstehen kann". Man müsse die nächsten Tage abwarten. Der Arzt sei sehr angestrengt nach dem Flug, sagte der Leiter des Kompetenzzentrums Frankfurt, Professor René Gottschalk. Der Flug hatte sich zunächst verzögert, weil der Mann zunächst nicht transportfähig war.

Der Mann hatte sich bei einem Einsatz gegen die hochansteckende Krankheit in Sierra Leone infiziert. Er stammt aus Uganda und hat für eine italienische Hilfsorganisation in der Krisenregion gearbeitet. Die Hilfsorganisation sei mit der Bitte um Hilfe über die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an das Auswärtige Amt herangetreten, sagte Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU). Die Kosten für seine Versorgung würden von der Organisation übernommen.

Grüttner sagt, Frankfurt könne noch mehr Ebola-Patienten aufnehmen. Aktuell gebe es aber keine zusätzlichen Anfragen. Grundsätzlich sei das eine Frage der Kapazitäten und der Kosten.

In die Uniklinik Hamburg-Eppendorf ist Ende August ein Ebola-Patient aus Westafrika gekommen. Das Krankenhaus gibt zurzeit keine Auskunft über den Fall.

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