Wellington Kate im Sonnenschein - und sie nippt am Weinglas

Etwas Wein gegen ein Schwangerschaftsgerücht: Prinzessin Kate. Foto: afp
Etwas Wein gegen ein Schwangerschaftsgerücht: Prinzessin Kate. Foto: afp
SISSI STEIN-ABEL 14.04.2014
Kate und William in Neuseeland: Jetzt kam ausnahmsweise mal kein Wasser von oben. Dafür schauten die Leute, ob Kate Wasser statt Wein trank.

Triumphzug des britischen Thronfolgerpaars William und Kate durch Neuseeland: Sportliche Zwischenspiele, der heiß ersehnten Auftritt der modebewussten Herzogin von Cambridge in einem einheimischen Designer-Kleid, eine hintergründige deutsche Note und ein Wunder: In Queenstown, dem St. Moritz der südlichen Hemisphäre, strahlte gestern die Sonne vom postkartenblauen Himmel. Endlich, nachdem die Royals in den ersten sechs Tagen ihres Staatsbesuchs englisches Schmuddelwetter geradezu angezogen hatten. Egal, wo sie auftauchten, waren graue Wolken aufgezogen, meistens regnete es auch noch.

Auch in Neuseeland - südöstlich der Stadt Hamilton auf der Nordinsel - gibt es ein Cambridge, es ist die Stadt der Bäume und der Champions, das Zentrum der Vollblutzucht im Lande und ganz in der Nähe, auf dem Lake Karapiro, liegt das nationale Leistungszentrum der erfolgsverwöhnten Ruderer. Und am Samstag hat Prinz William mit einem Knall aus einer Startpistole das Avantidrome eröffnet, eine nagelneue Radrennbahn.

Die königlichen Hoheiten mussten nicht mit leeren Händen gehen. Als Geschenk erhielten sie ein Minifahrrad für ihren achteinhalb Monate alten Sohn, Prinz George, der seit seinem öffentlichen Auftritt am Mittwoch von seinem spanischen Kindermädchen abseits des Rampenlichts betreut wird.

In Zehnerreihen hatten sich fahnenschwenkende Menschen in Cambridge gedrängt, um dem Herzogspaar zuzuwinken. In Dunedin an der Südostküste der Südinsel strömten 9000 Leute ins überdachte Rugby-Stadion, in dem William und Kate - unterstützt von All-Blacks-Kapitän Richie McCaw - zwei Nachwuchs-Teams von Sieben- und Achtjährigen betreuten. Williams Mannschaft gewann; es war die Revanche für die 0:2-Niederlage im Segelduell der Americas-Cup-Yachten in Auckland, als Kate mit Team-New-Zealand-Skipper Dean Barker an Bord im Vorteil gewesen war.

Angesichts der vielen Kleiderwechsel von elegant über sportlich-seemännisch bis wasserfest-untergangsresistent (Anorak und Schwimmweste) adelte Kate auch eine neuseeländische Modeschöpferin, indem sie zum Palmsonntagsgottesdienst in der St.-Pauls-Kirche in Dunedin ein aquamarinblaues Faltenrockkleid von Emilia Wickstead trug, ergänzt durch eine Kopfbedeckung ihrer Haus- und Hof-Hutmacherin Jane Taylor.

Auch ein Deutscher schaffte es in die üppige Berichterstattung über die Aktivitäten der Royals: Dirk Stark, der Chefkoch des Feinschmecker-Restaurants der Amisfield-Winzerei in der Nähe von Queenstown, und sein Team bereiteten das Mittagessen der Royals zu. Stark war in Aue in Sachsen aufgewachsen, ehe er nach der Wende in die Welt hinauszog.

In Amisfield galt das größte Interesse allerdings nicht der Menüfolge, sondern ob Kate Wein verkosten würde. Im Gouverneurspalast in Wellington war sie nämlich dabei beobachtet worden, dass sie nur Wasser trank. So lautete die große Frage, ob vielleicht ein Geschwisterchen für Klein-George unterwegs sei. William hatte die Spekulationen mit einer flapsigen Bemerkung genährt, was die britischen Medien in Extase versetzt. Doch dann nippte Kate am Rotwein. Mehrmals.