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In den kommenden Jahren soll eine Karte der Lebensräume der bedrohten Mopsfledermaus entstehen - auch Baden-Württemberg beteiligt sich an dem mehrere Millionen Euro teuren Projekt. „Wir wollen mehr darüber herausfinden, wo die Mopsfledermaus in Deutschland und bei uns im Südwesten lebt, wo sie überwintert und wo sie sich fortpflanzt“, teilte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) am Montag zum Start mit. Die Verantwortlichen hoffen, auch bisher unbekannte Kolonien zu entdecken. Dazu werden spezielle Aufnahmegeräte - sogenannte Batcorder - im Wald aufgehängt. Sie zeichnen dort über mehrere Tage hinweg die nächtlichen Geräusche auf.

Im Anschluss sollen passgenaue Schutzmaßnahmen entstehen - dazu gehören unter anderem der Erhalt von Alt- und Totholz. „Außerdem wollen wir das Nahrungsangebot verbessern, indem wir Hecken, Kleingehölze, blütenreiche Wegsäume oder Waldtümpel anlegen“, erklärte der Landeschef vom Naturschutzbund (Nabu), Johannes Enssle.

Der Verband beteiligt sich neben dem Land Baden-Württemberg an dem sechsjährigen Projekt, in das bundesweit 5,4 Millionen Euro fließen sollen. Der Anteil für den Südwesten liegt den Angaben nach bei 850 000 Euro. Auch Thüringen, Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen sind Teil des Projekts.

Die Mopsfledermaus verdankt ihren Namen der platten Nase. Ihren Winterschlaf verbringt sie nach Angaben des Nabu in Höhlen, Kellern und alten Bunkeranlagen. Nachdem diese Quartiere von den 1950er-Jahren bis in die 1970er an vielen Orten verloren gingen, brach der Bestand der Art dramatisch ein. In Baden-Württemberg sind die Fledermäuse demnach vor allem im Alb-Wutach-Gebiet sowie den Landkreise Ostalb, Neckar-Odenwald und Zollernalb vertreten.

Webseite des Projekts