Jeden  Morgen dasselbe Spiel: Die U­-Bahn, der Bus, die S-­Bahn platzen aus allen Nähten. Pendlerzeit. Und da sitzt er. Breitbeinig. Eineinhalb, wenn nicht zwei Sitzplätze sind belegt. Rücksichtnahme auf andere? Schlechtes Gewissen? Pfff . . .  In Spanien wollte man es nicht mehr so hinnehmen. Die Madrider Busbetriebe haben nun eine Kampagne gegen das sogenannte Manspreading gestartet. Ein Aufkleber zeigt einen solchen Sitzmacker  – zusammen mit der Aufforderung: „Respektieren Sie den Raum der anderen Fahrgäste!“ Die Initiative stammt von einer Frauengruppe. Meist sind es nämlich Frauen, die sich kleinmachen müssen, wenn sich der Herr der Schöpfung mit weit geöffneten Beinen auf einen Sitz fläzt. Aber auch Männer fühlen sich zuweilen von ihren Macho-Freunden gestört.

Die Busgesellschaft EMT hofft mit der Aktion, an „ein zivilisiertes Benehmen“ zu erinnern, das in dem Verkehrsmittel erforderlich sei, um die Fahrt für alle erträglich zu machen. Strafen werde es nicht geben, man setze auf Einsicht. Ach nee. Wie gut das mit der Einsicht funktioniert, sieht man jeden Tag in deutschen Städten. Dabei sind breitbeinig sitzende Männer noch das kleinste Problem. Bewaffnet mit einem Bier und einem Döner sind sie Meister darin, wie man ganz viel Platz um sich herum schafft. Egal, wie voll der Bus ist.