Stuttgart Junger Flüchtling muss nach Messerangriff in Haft

Handschellen liegen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel/Archiv
Handschellen liegen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel/Archiv © Foto: Armin Weigel
Stuttgart / DPA 07.11.2018

Acht Monate nach einem Messerangriff auf einen Landsmann ist ein junger Afghane zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Stuttgart sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass der Mann am Abend des 4. März in Stuttgart aus einer Gruppe von Flüchtlingen heraus einen anderen Afghanen mit einem Messer angegriffen und mit einem Stich direkt neben das Herz lebensgefährlich verletzt hat. Der zur Tatzeit 19 Jahre alte Mann wurde wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Er war bereits vorher mehrfach mit Gewalttaten aufgefallen. „Ich sitze hier unschuldig“, sagte er in seinem letzten Wort. Laut Gericht muss er mit der Abschiebung rechnen.

Zwei mitangeklagte Flüchtlinge, ein zur Tatzeit 25-Jähriger aus Stuttgart und ein etwa 18-Jähriger aus Südhessen, wurden zu Bewährungsstrafen von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Auch sie leben seit 2015 in Deutschland. Nach dem Messerangriff sollen mehrere Männer das am Boden liegende Opfer getreten und geschlagen haben. Die Tatbeteiligung jedes Einzelnen konnte laut Gericht nicht zufriedenstellend aufgeklärt werden. Diverse Zeugen hätten in dem Verfahren seit Anfang September „teils absurde Aussagen gemacht“, sagte die Vorsitzende Richterin Cornelie Eßlinger-Graf.

Angaben Landgericht

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