• Der Wikileaks-Gründer Julian Assange lebte seit 2012 im politischen Asyl in der Botschaft von Ecuador
  • Seit zwei Jahren ist er in einem Hochsicherheitsgefängnis untergebracht
  • Assange wird von der US-Justiz gesucht, weil er 2010 Dokumente an die Öffentlichkeit geraten ließ, die möglicherweise als Spionage gewertet werden könnte
  • Bisher wurde die Auslieferung an die USA abgelehnt – das hat ein britisches Gericht aber nun gekippt.
  • Sollte er ihn die USA ausgeliefert werden, droht Assange eine hohe Haftstrafe
Ein Berufungsgericht in London hat die Ablehnung des US-Auslieferungsantrags für Julian Assange gekippt. Das teilte ein Richter am Londoner High Court am Freitag mit. Der Wikileaks-Gründer muss nun damit rechnen, doch noch an die Vereinigten Staaten ausgeliefert zu werden.

Julian Assange aktuell: Auslieferung für Assange gefährlich

Damit wird eine vorherige britische Gerichtsentscheidung gegen die Auslieferung annulliert, die britische Justiz muss nun erneut über das US-Auslieferungsersuchen entscheiden.
Würde Assange in den USA der Prozess gemacht werden, könnten ihm bis zu 175 Jahre Haft drohen. Seine Anwältin und Partnerin, Stella Morris, befürchtet, dass er die Auslieferung nicht verkraften würde.
Einem früheren Urteil zufolge war die Auslieferung des 50-Jährigen unter Berücksichtigung seines psychischen und gesundheitlichen Zustands und die zu erwartenden Haftbedingungen in den USA untersagt worden. Washington hatte diese Entscheidung jedoch angefochten - und bekam Recht. Die von den USA in der Zwischenzeit gegebenen Zusicherungen seien ausreichend, um die Sorgen um seine Gesundheit auszuräumen, sagte der Richter am Freitag.

Assange 2021: Wie geht es für den Wikileaks-Gründer weiter?

Ob das Tauziehen um Assange damit ganz zu Ende ist, war aber nicht unmittelbar klar. Seine Unterstützer hatten für diesen Fall bereits angekündigt, erneut in Berufung zu gehen.
Dutzende Anhänger des Wikileaks-Gründers, die sich vor dem Gerichtsgebäude in London versammelt hatten, zeigten sich enttäuscht und empört. Viele skandierten „Schande, Schande“ und kündigten an, weiter für Assanges Freilassung zu kämpfen.
Assanges Angehörige beschreiben seinen Gesundheitszustand seit Monaten als schlecht und besorgniserregend. Der 50-Jährige sitz seit mehr als zwei Jahren im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh.