Je größer die Familie, desto klarer müssen die Regeln sein

Familie Gegic aus Ehingen. Foto: Christina Kirsch
Familie Gegic aus Ehingen. Foto: Christina Kirsch
CHRISTINA KIRSCH 23.11.2012

Manche Großeltern beneiden Jakov und Jerina Gegic. Denn das Ehinger Ehepaar hat die Enkel täglich um sich. Und Sohn Mario sagt: "Wir brauchen sie jeden Tag."

Das Zusammenleben der Großfamilie ist ein Gewinn für alle. Vor allem für Gabrijel (10), Mara (6) und Laura (4). Oma und Opa sind Fahrdienst, Spielpartner und Hausaufgabenhelfer, bringen die Kinder in den Kindergarten, zur Schule, zum Sport. Bei Oma und Opa könne man etwas frecher sein, meinen die Erwachsenen. Gegic wissen, dass es bei drei Generationen in einem Haus schwierig werden kann. Vor allem bei Süßigkeiten gibt es Reibereien - die Großeltern wollen verwöhnen, die Eltern erziehen.

Das Haus hat Jakov Gegic 1981 gebaut. "Es war von Anfang an der Wunsch meiner Eltern, dass einer ihrer Söhne das Haus übernimmt", sagt der 38-jährige Mario. 2006 haben es ihm die Eltern überschrieben, die zwei Brüder wurden ausbezahlt, Oma und Opa zogen in die Einliegerwohnung. Die Kinder müssen nur die Treppen runter und sind bei ihnen. Dort steht auch der Fernseher, denn "im Kinderzimmer gibt es keinen", sagt Mario.

Abends wird besprochen, was am nächsten Tag ansteht. Gerade ist das wieder besonders wichtig, denn Mutter Marijeta war halbtags als Sachbearbeiterin bei Schlecker, seit 1. November schult sie zur Kauffrau für Wirtschaft um und ist den ganzen Tag in Ulm. Über das Zusammenleben mit den Großeltern sagt sie: "Man muss sich anpassen."

"Wir haben von Anfang an abgesteckt, wie wir zusammenleben", meint Mario: "Je größer die Familie, desto klarer müssen die Regeln sein." In den Absprachen geht es um die Heizölabrechnung ebenso wie ums gemeinsame Essen. "Wenn man die Kinder und die Großeltern machen ließe, gäbe es nur Nudeln", sagt Marijeta.

Im März gehen die Großeltern ein halbes Jahr in ihr Haus am Meer nach Kroatien. Die Enkel werden solang in Ganztageskita und -schule sein. Doch Mara findet "halb Kindergarten, halb Oma" viel besser. Jakov (65) und Jerina (67) finden Ehingen mit Enkeln schöner als Kroatien alleine.