Janine Wissler ist die Vorsitzende der Linken und seit der Bundestagswahl 2021 auch Mitglied des Deutschen Bundestags. Als junges Gesicht der Partei ist sie oft in deutschen Talkshows und politischen Formaten zu sehen. Aktuell steht sie aber unter Beschuss, es geht um Vorwürfe von sexuellen Übergriffen innerhalb der Linkspartei Hessen. Damals war Wissler die Vorsitzende der hessischen Linken. Zudem ist am 24. April ihre Co-Vorsitzende Susanne Hennig-Wellsow zurückgetreten, daraufhin hat der Bundesvorstand der Linken entschieden, dass die Parteispitze neu gewählt werden muss. Die Zukunft von Janine Wissler ist damit ungewiss.
Doch wer ist die Frau aus Hessen? Wie war ihr Lebenslauf, was ist über sie privat bekannt? Wer ist ihr Partner? Hier ein Porträt mit allen Infos über Janine Wissler im Überblick.

Freunde, Instagram, Gehalt: Das ist Janine Wissler

Hier im Steckbrief die wichtigsten Infos zur Parteivorsitzenden der Linken:
  • Name: Janine Natalie Wissler
  • Beruf: Diplom Politologin, Politikerin
  • Geburtstag: 23. Mai 1981
  • Alter: 40 Jahre
  • Gehalt: unbekannt, 2012: 8997 / Monat
  • Geburtsort: Langen, Hessen
  • Wohnort: Frankfurt
  • Beziehungsstatus: ledig
  • Kinder: keine
  • Instagram: janine_wissler
  • Twitter: Janine_Wissler

Janine Wissler Lebenslauf: Von der hessischen Linken in den Bundestag

Janine Wissler wuchs in Hessen im Landkreis Offenbach auf. Bis 2001 besuchte sie die Ricarda-Huch-Schule, wo sie ihr Abitur machte. Danach studierte sie an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt Politikwissenschaften.
Ihre politische Karriere begann damit, dass sie während des Studiums zwischen 2006 und 2008 im Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Werner Dreibus arbeitete. 2007 wurde sie Mitglied des Bundesvorstands der Linken. Das erste Mal zog sie 2008 in das hessische Parlament ein, bei der Neuwahl in Hessen 2009 ebenfalls. Außerdem wurde sie stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im hessischen Landtag. Seit 2009 war sie Vorsitzende der Linksfraktion in Hessen. Seitdem war sie im Landtag in Hessen vertreten – bis sie nach der Bundestagswahl 2021 ihr Mandat niederlegte und stattdessen in den Bundestag einzog. Von Februar 2021 bis April 2022 war Janine Wissler zusammen mit Susanne Hennig-Wellsow die Parteivorsitzende der Linken. Bis zu den Neuwahlen im Juni 2022 führt Wissler alleine die Partei weiter.

Sexuelle Übergriffe und Sexismus: Skandal um „Adrian G.“ und Janine Wissler

Seit Karfreitag 2022 gibt es konkrete Vorwürfe von sexuelle Gewalt gegen die Linkspartei in Hessen. Mehrere Männer in hohen Positionen sind beschuldigt, Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt begangen zu haben.
Nach den Vorwürfen haben sich einer Jugendorganisation zufolge weitere Betroffene gemeldet. Nach Angaben der mit der Partei verbundenen Linksjugend Solid gibt es noch mehr mutmaßliche Opfer. Solid-Bundessprecherin Sarah Dubiel sprach am Sonntag auf Anfrage von mehr als 20 weiteren Betroffenen aus mehreren Landesverbänden. Über die weiteren mutmaßlichen Fälle hatte zuvor „Spiegel Online“ berichtet.
„Der Spiegel“ hatte am Karfreitag mutmaßliche Fälle von sexualisierter Gewalt in der hessischen Linkspartei öffentlich gemacht. Es gebe verschiedene Dokumente mit Hinweisen auf „mutmaßliche Grenzüberschreitungen, Machtmissbrauch und eine toxische Machokultur“, schrieb das Nachrichtenmagazin nach Gesprächen mit zehn Frauen und Männern.
Der geschäftsführende Landesvorstand in Hessen hatte daraufhin erklärt, die Anschuldigungen sehr ernst zu nehmen. Die Bundesvorsitzende Janine Wissler, frühere Fraktionsvorsitzende im hessischen Landtag, wandte sich zudem entschieden dagegen, dass „mir unterstellt wird, ich hätte irgendjemanden geschützt“.
Die hessische Linke hatte nach Angaben des geschäftsführenden Landesvorstands seit Ende November 2021 Kenntnis von den Vorwürfen. Die Partei habe seitdem begonnen, „diese auf allen Ebenen aufzuarbeiten“. Als weiteren Schritt zur Aufarbeitung will der hessische Landesverband „neutrale“ Vertrauensleute finden. Diese sollen in der Partei keine Ämter und Funktionen innehaben.
Insbesondere ist Janine Wissler in der Kritik, da sie mit einem der mutmaßlichen Täter, Adrian G., wohl in einer Beziehung war. Sie habe nach Angaben des „Spiegel“ von dem Übergriff auf eine 17-Jährige gewusst und habe nichts dagegen unternommen, so die Vorwürfe. Wissler hat zugegeben, Kontakt mit der Betroffenen gehabt zu haben, behauptet aber, dass diese sie nicht um Hilfe gebeten hatte.
Wissler hat nach eigenem Bekunden erst lange nach der Trennung von ihrem ehemaligen Partner von diesen Vorwürfen erfahren - sie sieht bei sich keine Verantwortung für das Verhalten ihres Exfreunds und deshalb auch keinen Grund zum Rückzug.

Rücktritt von Susanne Hennig-Wellsow: Wie weiter für Wissler?

Nach nur einem Jahr und zwei Monaten an der Spitze der Linken tritt deren Co-Chefin, Susanne Hennig-Wellsow, zurück. „Ich stelle heute mein Amt als Parteivorsitzende der Linken mit sofortiger Wirkung zur Verfügung“, schrieb sie auf ihrer Internetseite.
In ihrer Erklärung begründete die 44-Jährige den Schritt unter anderem mit nicht erfüllten Erwartungen bei der Erneuerung der Partei. „Wir haben zu wenig von dem geliefert, was wir versprochen haben. Ein wirklicher Neuanfang ist ausgeblieben. Eine Entschuldigung ist fällig, eine Entschuldigung bei unseren Wählerinnen und Wählern, deren Hoffnungen und Erwartungen wir enttäuscht haben.“

Janine Wisslers Zukunft: Neuwahlen der Linken im Juni

Im Juni soll der gesamte Vorstand der Linken bei einem Parteitag in Erfurt neu gewählt werden. Ob Wissler dann noch einmal antritt, ist offen. Sie wirkt dieser Tage angefasst und irgendwie ratlos. Eine Position in der Doppelspitze wird also auf jeden Fall neu besetzt, möglicherweise beide. Doch selbst die in einer solchen Lage üblichen Personalspekulationen bleiben fast vollständig aus.
Bis zum Parteitag, der vom 24. bis zum 26. Juni in Erfurt stattfindet, soll die verbliebene Ko-Vorsitzende Janine Wissler die Linke alleine führen. Laut einem Sprecher sollen dann wieder zwei Vorsitzende gewählt werden. Dem Parteivorstand gehören insgesamt 44 Mitglieder an.