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Punkte zählen, Shakes, Trennkost oder Intervallfasten – das Internet und die Regale der Buchhandlungen sind gefüllt mit Vorschlägen für eine vermeintlich bessere Ernährung. Das Versprechen: Wenn du diese einfachen Schritte befolgst, wirst du schlank – und glücklich. Der Trend „Intuitives Essen“ wendet sich gegen diese Diätkultur. Doch wie funktioniert das?
„Wir kommen als intuitive Esser auf die Welt“, sagt Ernährungsberaterin Natalie Aller. „Ein Baby hört auf zu essen, wenn es satt ist. Wir Erwachsenen haben das aber oftmals durch unsere Erziehung verlernt.“ Dazu kommt: Das Essverhalten von Erwachsenen wird auch durch negative Emotionen und Stress bestimmt. Einfach aufhören zu essen ist dann nicht möglich.
Die 31-Jährige berät Menschen, die bereits viele Diäten hinter sich haben und an ihrem Körpergefühl arbeiten wollen. „Es geht darum, wieder zurück zum natürlichen Essverhalten zu kommen“, sagt Aller. Dabei ist ihr wichtig, den Kundinnen Respekt vor dem eigenen Körper, Bewegung, die Spaß macht und Genuss zu vermitteln. Denn intuitives Essen ist ein ganzheitliches Konzept, bei dem es nicht um den Blick auf die Waage oder den Teller, sondern vor allem in sich selbst geht.

Intuitiv Essen in den USA entwickelt

Entwickelt haben das Konzept die beiden Ernährungswissenschaftlerinnen Evelyn Tribole und Elyse Resch 1995 in den USA. Das Prinzip ist simpel: Gegessen wird dann, wenn man sich danach fühlt – also, wenn man wirklich Hunger hat. Dabei geht es, anders als bei Diäten, nicht gezielt ums Abnehmen.
„Es sind alle Körperformen willkommen“, sagt Aller, die selbst in ihrem Leben zahlreiche Diäten ausprobiert hat. Angefangen hat sie als Teenager mit „Friss die Hälfte“. Es folgten viele weitere. Schließlich machte sie Diäten zu ihrem Beruf. Als Diätassistentin in einem Adipositas-Zentrum hat sie Kalorienpläne für ihre Klientinnen und Klienten berechnet, bis sie irgendwann dachte: „Scheiße, was mache ich hier eigentlich?“

Gefühle beim Essen reflektieren

Heute ist Aller selbstständige Ernährungsexpertin und Coach. Ihre Kundinnen bekommen keine Tabellen mit Grammangaben für Fett, Zucker oder Kohlenhydrate vorgelegt. Stattdessen sprechen sie mit ihr über die Gefühle beim Essen. Warum esse ich nun genau das? Habe ich gerade Hunger? Worauf habe ich Lust? Wie fühle ich mich beim Essen?
Intuitives Essen ist dabei gar nicht so einfach, wie es klingt. Denn Regeln rund ums Essen lernen vor allem Frauen von klein auf: Wenn du abends noch etwas isst, setzt das an. Nach 18 Uhr keine Kohlenhydrate mehr. Gesund ist nur, wer schlank ist. „Das ist toxisch und falsch“, sagt die 31-Jährige. Diese Glaubenssätze loszulassen und sich auf den eigenen Bauch zu verlassen, braucht deshalb Übung.

Intuitives Essen braucht Übung

Bei Aller hat es Jahre gedauert. Manche ihrer Kundinnen schaffen es in drei bis sechs Monaten. Was bei der Selbstwahrnehmung hilft? „Waage verbannen, Instagram-Account bereinigen und Idealvorstellungen loslassen“, sagt Aller. Sie selbst folgt online Menschen, die sich für ein positives Körperbild einsetzen. Außerdem empfiehlt Aller, mit anderen über die Erfahrungen zu sprechen, die man mit dem Essen macht.
Und wann weiß man nun, ob man richtig intuitiv isst? „Wir messen Erfolg an den Gefühlen, nicht an der Zahl auf der Waage“, sagt Aller. Sie beobachtet bei vielen ihrer Kundinnen Veränderungen. „Am Anfang waren es vielleicht kleine graue Mäuse. Später kommen sie mit bunten Kleidern, machen vielleicht einen Tanzkurs“, erzählt sie.

Online viel Gegenwind

Trotzdem bekommt sie für ihre Arbeit viel Gegenwind – gerade auf Instagram. Kolleginnen schreiben ihr, sie würde Übergewicht propagieren und eine ungesunde Lebensweise fördern. „Am Anfang habe ich bei solchen Nachrichten viel geweint“, sagt Aller. Die vielen positiven Rückmeldungen motivierten sie aber weiterzumachen. Auch immer mehr ihrer Kolleginnen und Kollegen beraten zu intuitivem Essen jenseits von Abnehmen: „Wir sind wenige, aber wir sind da und wir werden mehr.“
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