Für nahezu alles hat die Welt einen Feier- und Gedenktag. Angefangen von den Dingen, die im Alltag scheinbar unverzichtbar sind, wie die Jogginghose, bis hin zu gesellschaftlich relevanten und ernsten Themen, wie dem internationalen Tag der Frauen, Aidskranken oder Menschenrechte. Wie viele Internationale Tage es tatsächlich gibt, lässt sich kaum ausmachen. Die Vereinten Nationen listen über 100 offizielle Welttage.
Am 1. Juni steht schon der nächste internationale Tag an: der Weltkindertag. Warum den Kindern ein Ehrentag zu Gute kommt, hat Gründe. In unserem Artikel findet ihr die wichtigsten Infos:
  • Warum gibt es internationale Feiertage?
  • Was ist die Geschichte des Weltkindertags?
  • Wie wird der Kindertag für gewöhnlich gefeiert? Was für Geschenke gibt es?
  • Sprüche und Glückwünsche zum Kindertag
  • Was sind die aktuellen Probleme der Kinder?

Warum gibt es internationale Feiertage?

Internationale Welttage sollen wichtige Themen ins Gedächtnis rufen und auf aktuelle oder anhaltende Probleme in der Welt hinweisen. Seinen Anfang hatte das Ganze nach dem Zweiten Weltkrieg. 1947 riefen die Vereinten Nationen den ersten Welttag aus.

Weltkindertag 2022: Bedeutung und Geschichte

Dass Kinder besonders schutzbedürftig sind, erscheint uns heutzutage selbstverständlich. Doch bis dahin war es ein langer Weg. Bereits Anfang des letzten Jahrhunderts drang dieser Aspekt immer weiter ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Besonders das große Elend von Flüchtlingskindern nach dem Ersten Weltkrieg sorgte für eine verstärkte Aufmerksamkeit in der Bevölkerung.
Als erstes Land der Welt führte die Türkei bereits 1920 einen Kindertag ein. 1924 wurde die Genfer Erklärung verfasst, in der erstmals gewisse Rechte von Kindern formuliert wurden. Bis der Internationale Tag ausgerufen wurde, dauerte es aber nochmals mehrere Jahre. 1948 legte die Internationale Demokratische Frauenförderation den Tag auf den 1. Juni fest. 1954 folgten die Vereinten Nationen, allerdings mit dem Datum des 20. Septembers.
Heute wird der Tag in mehr als 145 Staaten gefeiert. Dabei fällt der Tag aber nicht immer auf das gleiche Datum.

Kindertag: Darum gibt es ihn in Deutschland zweimal

Der Weltkindertag wird in Deutschland sogar zweimal gefeiert. Am 1. Juni und am 20. September. Der Grund für diese Zweiteilung liegt in der Geschichte des Landes und der Spaltung in Ost und West. Während die BRD, den 20. September von den Vereinten Nationen übernahm, folgte die DDR mit dem 1. Juni den sozialistischen Vorbildern in anderen Ländern. Seit der Wiedervereinigung 1990 gibt es daher zwei Kindertagsfeste.

Internationaler Kindertag vs. Weltkindertag

Werden die Begriffe inzwischen als Synonyme verwendet, waren sie ursprünglich aufgrund der Deutsch-Deutschen-Geschichte strikt voneinander getrennt. Der 1. Juni war der Internationale Kindertag in der ehemaligen DDR, während der 20. September für den Weltkindertag in der BRD steht.

Kindertag 2022: Geschenke und Feste

Am Weltkindertag gibt es üblicherweise viele Veranstaltungen, in deren Mittelpunkt das Kind stehen soll. Für gewöhnlich sind das Stände in der Stadtmitte mit Knobel- und Bastelspielen, aufgebaute Spielburgen oder andere Beschäftigungen rund um Spiel und Spaß.
Geschenke sind traditionell zwar nicht die Regel, kommen aber immer mehr in Mode. So basteln Kindern an diesem Tag oft für ihre Eltern und andersrum schenken Eltern ihren Kindern ein Geschenk zum Tag.

Kindertag: Lustige Sprüche und Glückwünsche

Wer seinem Kind eine Freude machen will und den Tag besonders gestalten will, der kann auf lustige Sprüchen und Glückwünsche zurückgreifen:
  • Sei heute fröhlich mein Kind, wie die Pusteblume im Wind.
  • Eins ist mir sonnenklar, mit dir ist die Welt so wunderbar.
  • Sei fröhlich und unbeschwert, alles andere wäre verkehrt.
  • Ein kleines Geschenk für dich zu Ehren, soll dir einen schönen Tag bescheren.

Debatte um Kinderrechte im Grundgesetz

In vielen Teilen der Welt werden Kinder immer noch massiv ausgebeutet. Kinderarbeit ist in Schwellen- und Entwicklungsländern immer noch an der Tagesordnung und auch in westlichen Ländern gibt es offenbar ein großes Problem was Gewalt gegen Kinder betrifft. Laut den Ämtern hat die Corona-Pandemie auch zu einem starken Anstieg häuslicher Gewalt geführt, bei dem Minderjährige oftmals ins Schussfeld geraten.
Dass Kinderrechte nicht nur in einer Charta festgehalten, sondern auch ins Gesetz aufgenommen werden, fordern viele seit langer Zeit. Bereits 2018 plante man im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz. Dies scheiterte aber an der Definition und Formulierung des Kindeswohl und der Beteiligung des Kindes, bei dem sich die Parteien uneins waren.
Die neue Bundesregierung unter Olaf Scholz hat sich zum Ziel gesetzt, die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz umzusetzen. Ob und wie lange die Umsetzung braucht, ist unklar.

Warum ist es wichtig Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern?

Wichtig ist die Aufnahme der Kinderrechte ins Gesetz deswegen, weil sie damit einen anderen rechtlichen Status erhalten und der Staat in der Wahrnehmung seiner Verantwortung gegenüber Kindern stärker in die Pflicht genommen werden kann, statt dies vorwiegend den Eltern zu überlassen. Zudem steht damit das Kindeswohl an erster Stelle, wodurch alle Beteiligten – Staat und Eltern – sich diesem Punkt verschreiben müssten und bei willkürlichem, aus Eigeninteresse getriebenem Agieren belangt werden können.

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