• Eine zweite Corona-Welle traf Indien im Frühjahr hart
  • An manchen Tagen meldete das Land mehr als 4000 Tote im Zusammenhang mit Corona
  • Als sich das Virus immer weiter ausbreitete, kam eine neue Seuche hinzu: der „Schwarze Pilz
  • Doch was steckt hinter der Krankheit Mukormykose? Alle Infos zu der seltenen, aber tödlichen Krankheit
Das bevölkerungsreiche Indien verzeichnet seit Beginn der Pandemie gut 400.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Das ist weltweit betrachtet Rang 3. Hinzu kommt, dass Indiens Einwohner inmitten der Pandemie seit einigen Wochen auch noch gegen eine sich rasant ausbreitende Krankheit kämpfen müssen: Unter Covid-Patienten trat tausendfach der Schwarze Pilz auf. Die Pilzinfektion Mukormykose tritt bei vielen Covid-Patienten immer öfter als Komplikation auf.
Wie die Tageszeitung The Indian Express berichtet, sind (Stand Ende Juni) laut indischem Gesundheitsministerium mindestens 40.845 Fälle von Mukormykose in Indien aufgetreten. Am häufigsten erkrankten Menschen zwischen 45 und 60 Jahren an der Pilzinfektion.
Während der zweiten Welle berichteten mehrere Krankenhäuser von einem signifikanten Anstieg des Schwarzen Pilz bei Corona-Patienten. Warum kam es zu so vielen Mukormykose-Fällen in Indien?

Zusammenhang zwischen Coronavirus und Mukormykose

Zum einen könnte die hohe Fallzahl daran liegen, dass viele Menschen in Indien an Diabetes leiden und damit ein erhöhtes Risiko haben, an der Pilzinfektion zu erkranken, zum anderen weil sie im Rahmen einer Corona-Behandlung Kortison erhielten. Das verringert die Immunabwehr. Bei Corona-Patienten kann das Phänomen eines Zytokin-Sturms auftreten. Das Immunsystem reagiert über und greift auch dessen Organe an. Ein anderer Grund für die Ausbreitung des Schwarzen Pilzes in Indien sind Experten zufolge die hygienischen Zustände in indischen Krankenhäusern.

Schwarzer Pilz: Was ist das? Infos zur Krankheit und den Symptomen

Die Pilzinfektion Mukormykose, auch Schwarzer Pilz genannt, wird ausgelöst durch verschiedene Schimmelpilze, die in Erde und verwesendem, organischem Material – etwa verrottendem Laub – gedeihen. Durch Einatmen oder über Verletzungen in der Haut gelangen sie in den Körper. Dort befallen sie in aller Regel die Nebenhöhlen. In Krankenhäusern ist es möglich, dass die Infektion beispielsweise über Sauerstofftanks oder Luftbefeuchter, in denen sich verunreinigtes Wasser befindet, übertragen wird.
Wie MSD Manual schreibt, sind die häufigsten Symptome auf invasive nekrotische Läsionen in der Nase und am Gaumen zurückzuführen und verursachen Schmerzen, Fieber, orbitale Zellulitis, Exophthalmus und eitrigen nasalen Ausfluss einher. Es können Symptome des Zentralnervensystems folgen. Pulmonale Symptome sind schwer und beinhalten produktiven Husten und hohes Fieber.

Wie gefährlich ist die Krankheit Mukormykose – bekannt als Schwarzer Pilz?

  • Ein gesundes Immunsystem kann die Pilzinfektion normalerweise abwehren.
  • Die Infektion ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.
  • Treffen die Sporen jedoch auf ein schon geschwächtes Immunsystem, können die Folgen schwerwiegend sein.
  • Die Pilzinfektion muss sofort behandelt werden, denn der Schwarze Pilz lässt rasch Körpergewebe absterben – die typischen Schwarzfärbungen, etwa der Nase, entstehen
  • Durch die Infektion abgestorbenes Gewebe muss abgetragen werden oder teils ganz entfernt, damit der Pilz nicht ins Gehirn vordringen kann
  • Wird die Infektion nicht behandelt, führt sie innerhalb von Tagen zum Tod.
  • Laut US-Seuchenkontrollbehörde CDC liegt die Todesrate bei Mukormykose bei 54 Prozent.

Die Corona-Lage in Indien aktuell: Neuinfektionen, Todesfälle, Impfung

In Indien ist die Zahl der binnen eines Tages erfassten Corona-Neuinfektionen auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Monaten gefallen. Am Dienstag meldeten die Behörden mit 34.703 neuen Fällen rund 2860 weniger als in der Vorwoche, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorging.
Zuletzt gab es am 16. März mit knapp 29.000 Neuinfektionen einen niedrigeren Tageswert. Auf dem Höhepunkt seiner zweiten Corona-Welle verzeichnete das südasiatische Land Anfang Mai zeitweise täglich mehr als 400.000 neue Fälle.
Auch die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Toten mit einer bestätigten Infektion ging im Vergleich zur Vorwoche von 907 auf 553 zurück. Etliche Experten gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer in dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt sehr hoch ist. Insgesamt stieg in dem Land mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern die Zahl der gemeldeten Infektionen auf mehr als 30,6 Millionen. Mehr als 403.000 Menschen starben bislang in Verbindung mit dem Virus.

Corona-Impfung in Indien

Derzeit versucht Indien, seine Impfkampagne auszuweiten - auch weil einige Experten vor einer möglichen dritten Welle warnen. Bislang sind aber erst rund fünf Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Einreise nach Indien: Diese Regeln gelten aktuell

Die wegen der Verbreitung besonders ansteckender Corona-Varianten verhängten Einreisebeschränkungen für Indien und Nepal werden ab Mittwoch gelockert. Die Länder werden vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet zurückgestuft. Damit ist die Einreise nach Deutschland für alle Personengruppen wieder möglich. Für vollständig Geimpfte und Genesene entfällt die Quarantänepflicht ganz, für alle anderen wird sie verkürzt.