Unabhängigkeitstag Independence Day – Die USA im Ausnahmezustand

Zum Unabhängigkeitstag wehen US Flaggen vor dem Capitol in Washington.
Zum Unabhängigkeitstag wehen US Flaggen vor dem Capitol in Washington. © Foto: Mandel Ngan (afp)
Washington / Mareike Hauser 04.07.2018
Am 4. Juli feiern die US-Amerikaner ihren Unabhängigkeitstag. Mit allem, was dazugehört. Ein ganzen Land steht Kopf.

Feuerwerke, Paraden, Hot Dogs und Flaggen – überall Flaggen. Die US-Amerikaner feiern am 4. Juli wie jedes Jahr ihren Independence Day (Unabhängigkeitstag). Der Staat befindet sich an diesem Tag im Ausnahmezustand: Die meisten Geschäfte und sogar die Börse sind geschlossen, Straßen und Strände sind voller feiernder Menschen.

Die Geburtsstunde der USA

Am 4. Juli 1776 unterschrieben die Gründungsväter der USA die Unabhängigkeitserklärung. Darin wurden die damaligen dreizehn britischen Kolonien erstmals als „Vereinigte Staaten von Amerika“ bezeichnet. Seither wird dieser Tag als wichtigster US-amerikanischer Feiertag bejubelt.

In der Hauptstadt Washington zieht die größte Parade des Landes über eine 1,6 Kilometer lange Strecke. Menschen zeigen ihre Liebe zum Vaterland und kleiden sich hauptsächlich in den Farben der US-amerikanischen Flagge: rot, weiß und blau. Wer sich nicht auf die überfüllten Straßen begeben möchte, kann die Parade auf YouTube ansehen.

Patriotismus in allen Variationen

Die Amerikaner zeigen ihre Liebe zur Unabhängigkeit nicht nur am dazugehörigen Feiertag: Zu Ehren des Gründungsjahres wurde sogar das One World Trade Center in New York exakt 1776 Fuß (circa 541 Meter) hoch gebaut.

Mehr als 150 Millionen Hot Dogs werden am Independence Day im Schnitt verspeist. In New York findet sogar ein Hot Dog Wettessen statt, das traditionell die Restaurantkette Nathan’s Famous ausrichtet. Vergangenes Jahr verschlang der Sieger Joey Chestnut 72 Hot Dogs in nur zehn Minuten.

Hot Dog Wettessen der Restaurantkette Nathan’s Famous, hier im Jahr 2016.
Hot Dog Wettessen der Restaurantkette Nathan’s Famous, hier im Jahr 2016. © Foto: Peter Foley (dpa)

Nach dem Essen knallt‘s

Sobald es dunkel wird, starten im ganzen Land Feuerwerke. Mehr als 1000 verschiedene Größen und Arten von Feuerwerkskörpern explodieren am 4. Juli in der Luft. Mit Designsoftware werden die Feuerwerke genau geplant. Teilweise fangen Experten wie Jim Souza bereits ein Jahr vorher an, die Shows zu planen. Wie das abläuft, kann man sich hier anschauen:

Schicksalstag für Präsidenten

Der 4. Juli gilt auch als Schicksalstag für US-amerikanische Präsidenten. Zwei Gründungsväter der Vereinigten Staaten von Amerika starben in hohem Alter am 4. Juli 1826: John Adams, der zweite Präsident, und Thomas Jefferson, der dritte Präsident. Nur fünf Jahre später starb auch der fünfte Präsident James Monroe am Unabhängigkeitstag.

Auch für den 12. Präsidenten Zachary Taylor war der 4. Juli 1850 ein verhängnisvoller Tag. Nach seiner Rede zum Unabhängigkeitstag soll er sich beim Festmahl eine Gastroenteritis zugezogen haben und daran fünf Tage später gestorben sein. Sein Tod erschütterte die Nation und ließ den Verdacht aufkommen, Taylor wäre vergiftet worden. Laboruntersuchungen konnten das allerdings nicht nachweisen.

Der Unabhängigkeitstag brachte aber auch positive Nachrichten: Am 4. Juli 1872 kam Calvin Coolidge zur Welt, der später als 30. Präsident vereidigt wurde.

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