Der im März in Stuttgart gestohlene Autokran im Wert von mehr als 200 000 Euro wird womöglich nie mehr auf europäischen Straßen fahren. Das sagte Rainer Schmid von der betroffenen Firma Paule in Stuttgart am Montag der dpa. Seinen Angaben zufolge ist das Fahrzeug von den Tätern inzwischen weiterverkauft worden. Nun befinde es sich im Besitz einer ägyptischen Firma und werde auch genutzt. „Der Kran ist im freien Verkehr unterwegs und im Einsatz. Trotzdem ist es für uns schwierig, aktiv zu werden“, sagte Schmid.

Bereits im Juni wurde der gestohlene Kran nach Angaben der Polizei im Hafen des ägyptischen Alexandria gesichtet. Nach dem Diebstahl hatten Ermittler den 48 Tonnen schwere Autokran zwar in Ägypten aufgespürt, eine Rückkehr nach Deutschland konnte bisher nicht bewerkstelligt werden. „Es deutet zurzeit nichts darauf hin, dass die ägyptischen Behörden das Fahrzeug in Besitz nehmen oder veranlassen, dass es nach Deutschland transportiert wird“, sagte Rainer Schmid. Die Rechtslage in Ägypten sei kompliziert und in manchen Bereichen nicht mit dem deutschen Gesetz zu vergleichen.

Aktuell kümmere sich die Versicherung des Stuttgarter Unternehmens um den Fall. Der Diebstahl des Krans vom Firmengelände hatte im März deutschlandweit Aufsehen erregt. Auf die Spur des Gefährts waren die Behörden durch einen Tippgeber gekommen. Vermutlich sei der Kran auf dem Seeweg nach Ägypten gekommen, hieß es damals. Ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) wollte die skeptische Sicht des Unternehmens am Montag nicht kommentieren. Er wies darauf hin, dass ein Verbindungsbeamter des Bundeskriminalamtes (BKA) den Austausch zwischen ägyptischen und deutschen Behörden unterstützt habe. Das wiederum bestätigte eine Sprecherin des BKA.