Mobilität Immer woanders schlafen – was hilft?

Schlafen im Bus? Das kann auch gemütlich sein.
Schlafen im Bus? Das kann auch gemütlich sein. © Foto: Devon Strong/The Image Bank/Getty Images
Ulm / Von Pia Reiser und Bianca Frieß 06.11.2018

Andere Gerüche, andere Geräusche, andere Temperaturen: Wer oft und lange unterwegs ist, ist nachts immer wieder anderen Bedingungen ausgesetzt. Für manche Menschen ist das kein Problem – andere können in der Fremde dagegen schlecht schlafen. „Besonders schwer ist das für Leute, die sowieso schon einen oberflächlichen Schlaf haben und etwa bei jedem Geräusch aufwachen“, sagt Dr. Joachim Maurer, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Universitätsmedizin Mannheim. Große Probleme haben auch Menschen, die nur mit Hilfsmitteln gut schlafen können: Wer sich etwa eine besondere Matratze gegen seine Rückenschmerzen gekauft hat, wird im Hotelbett eher weniger gut schlafen.

Generell gilt: „Je mehr Dinge man benötigt, um eine angenehme Schlafumgebung zu schaffen, desto schwerer tut man sich in der Fremde“, sagt Maurer. So brauchen manche Menschen vollkommene Dunkelheit, andere absolute Stille. Ausschlaggebend ist natürlich auch, wie erschöpft man am Abend ist.

Aber was können Menschen tun, die – etwa beruflich bedingt – oft im Hotel oder Bus schlafen müssen? „Man sollte seine gewohnten Bedingungen soweit wie möglich auch in der Fremde einführen“, rät der Schlafmediziner. Heißt: Wer zu Hause immer mit offenem Fenster schläft, sollte das wenn möglich auch im Hotel tun. Und wer im heimischen Bett keinen Pyjama trägt, sollte nicht plötzlich unterwegs damit anfangen.

Hilfreich sind außerdem Rituale. Das kann ganz individuell sein: Manche Menschen duschen jeden Abend, andere lesen im Bett noch ein paar Seiten – diese Dinge lassen sich oft auch unterwegs umsetzen. Und helfen beim Einschlafen. „Wenn man sein  Ritual beginnt, stimmt man sich auf den Schlaf ein“, sagt Maurer.

Ein besonderer Störfaktor in Hotels: der Fernseher, der beinahe in jedem Zimmer hängt. Erstens seien das viele Menschen von zuhause nicht gewohnt, sagt Maurer. Außerdem macht das Licht wieder munter. „Wer abends fernsieht, schläft schlechter ein.“

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