Ende Juli beginnt in Deutschland die heißeste Zeit des Jahres, auch Hundstage genannt. Wann genau ist diese Hitzeperiode? Woher kommt der Begriff? Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Tieren und dem Wetter?
Alles zu der Bedeutung, den Ursprüngen und Bauernregeln erfahrt ihr hier bei uns.

Wann sind die Hundstage 2021 in Deutschland?

Die Hundstage sind immer vom 23. Juli bis 23. August. Traditionell bezeichnen die Hundstage eine sommerliche Hitzeperiode und damit die heißesten Tage des Jahres.
Aus astronomischer Sicht beginnen die Hundstage mit dem ersten sichtbaren Aufgang des Hauptsterns Sirius des Sternbilds „Großer Hund“. Dass die Hundstage mit besonders schönem oder heißem Wetter einhergehen, stammt aus dem 14. Jahrhundert. Durch die Präzession der Erdachse hat sich jedoch die Zeit der Hundstage um etwa vier Wochen verlagert. Der Aufgang des Sterns Sirus ist in Deutschland mittlerweile erst ca. ab dem 30. August zu beobachten und damit mehr ein Zeichen für den bevorstehenden Herbstanfang. Dennoch werden die heißesten Wochen des Jahres traditionell immer noch als „Hundstage“ bezeichnet.

Woher kommt die Bedeutung Hundstage?

Namengebend für die Hundstage ist das Sternbild „Großer Hund“ (Canis Major). Vom Aufgang des Sternbildes bis zu seiner Sichtbarkeit als Gesamteinheit vergehen 30 bis 31 Tage, was der Dauer der Hundstage entspricht. Daraus hat sich die Bezeichnung „Tage vom großen Hund“ (Hundstage) ergeben. Das Sternbild liegt südlich des Himmelsäquators und südöstlich des markanten Orion.
Der Stern Muliphein bildet den Kopfanfang des Sternbildes, ist aber so lichtschwach, dass er erst bei voller Dunkelheit zu sehen ist. Sobald der Stern Aludra zu sehen ist, ist das Sternbild dann vollständig aufgegangen. Dazwischen vergeht eine Zeit von etwa einem Monat. Sirius ist der hellste Stern des Sternbildes. Während der Zeit der Hundstage geht er mit der Sonne auf und unter. Daher wird er auch als Hundestern bezeichnet.


Was haben die Hundstage mit dem Wetter zu tun?

Die Hundstage gelten als die heißtesten Tage des Jahres. Es ist jedoch Zufall, dass das Erscheinen von Sirius mit hohen Temperaturen einhergeht. Das Sternbild geht nur etwa in diesem Zeitraum zusammen mit der Sonne auf und handelt sich daher um ein astronomisches, nicht um ein meteorologisches Ereignis.

Wo liegen die Ursprünge der Hundstage?

Die Zeitangabe für die Hundstage (23. Juli bis 23. August) entstand im Römischen Reich. Die Römer verzeichneten das Auftauchen des Großen Hundes in ihrem Kalender damals vom 26. Juli bis Anfang August.
Das astronomische Ereignis und das Erscheinen des Sternbilds wurde später von den Griechen auch als „heliakischer Aufgang“ benannt, was „mit der Sonne aufgehend“ bedeutet. Sie erklärten den Zusammenhang zwischen den Tagen der größten Sommerhitze und der Wiederkehr des Sirius durch den Mythos, dass die Verschmelzung des Sonnenlichts mit dem „Feuer“ des Sirius die Ursache für die großen Hitze sei.
Arabische Astronomen bezeichneten die in der Sommerhitze besonders häufig erscheinenden Fata Morganen sogar als den „vom Himmel tropfenden Speichel des Hundssterns“. Bei den Ägyptern wiederum war das Erscheinen des Hundssterns ein Zeichen für einen bevorstehenden, erhöhten Wasserstand des Nils und somit das Anspülen von fruchtbarem Boden.


Hundstage 2021: Bauernregeln

Rund um die Hundstage gibt es auch einige Bauernregeln, welche sich rund um das Wetter und die Ernte drehen:
  • „Sind die Hundstage voll Sonnenschein, wird das Jahr recht fruchtbar sein.“
  • “Wie das Wetter, wenn der Hundsstern aufgeht, so wird's bleiben, bis er untergeht.“
  • “Sind die Hundstage heiß, bleibt's im Winter lange weiß.“
  • “Hundstage hell und klar deuten auf ein gutes Jahr – werden Regen sie bereiten, kommen nicht die besten Zeiten.“
  • “Hundstage heiß, bringen dem Bauern viel Schweiß.“
  • “Was die Hundstage gießen, muss die Traube büßen.“