Geboren wurde der charmante Schlagersänger am 14. Januar 1946 in Durban/Südafrika, doch erst in Deutschland wurde er zum Star. Es war Elvis Presley der Howard Carpendale zur Musik gebracht hat. Seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte er schließlich als Elvis-Imitator in Südafrika. Ist Elvis, der König des Rock 'n' Roll, für ihn immer noch der King? Und: Was hat ihn so an dem Lastwagenfahrer-Sohn aus Mississippi fasziniert? „Für mich ist er immer noch der Größte“, gibt er zu, „weil er einfach das komplette Paket bot: Er hatte die Stimme, das Aussehen und dazu einen coolen Namen.“ Nach seiner – eher erfolglosen – Elvis-Imitatoren-Karriere zog es Carpendale Mitte der 1960er Jahre nach England. Er versuchte sich als Beat-Sänger. Erneut mit nur leidlichem Erfolg. Immerhin aber brachte ihn eine Tournee der Band nach Deutschland. In das Land, in das er sich auf Anhieb verliebte – und das ihm den Weg zu einer der glanzvollsten, erfolgreichsten und am längsten andauernden Schlagerkarrieren ebnete.

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Millionen verkaufte Tonträger

Mit vielen Millionen verkauften Tonträgern dürfte der im südafrikanischen Durban geborene Sänger und Komponist in der Corona-Pandemie kaum wirtschaftliche Probleme bekommen. Nahezu jede CD-Veröffentlichung erreichte in Deutschland Charts-Spitzenplätze, seine Tourneen sind stets ausverkauft. Mit Evergreens wie „Hello Again“, „Tür an Tür mit Alice“, „Ti Amo“ oder „Das schöne Mädchen von Seite 1“, mit dem ihm 1970 der Durchbruch gelungen war, schrieb der blonde Südafrikaner etliche Kapitel deutscher Schlager-Geschichte. Dabei hätte es der 1,82 Meter große Entertainer wohl auch als Sportler zu Ruhm und Ehre bringen können: Er war südafrikanischer Jugendmeister im Kugelstoßen; später spielte er in Cricket, Rugby und Golf. Wäre eine Sportlerkarriere nicht auch reizvoll gewesen? „Nein, nein“, wiegelt er ab, „Musik ist mein Leben.

Im Interview der Deutschen Presse-Agentur sprach der Sänger Klartext

Frage: Wie fällt Ihr Rückblick auf das Jahr 2020 aus?

Antwort: Ehrlich gesagt: Das vergangene Jahr war – mit Verlaub – das beschissenste seit dem Zweiten Weltkrieg. Das liegt zu einem guten Teil an diesem verfluchten Virus, aber nicht nur.

Frage: Was hat Ihnen sonst noch nicht gefallen?

Antwort: So manches. Beispielsweise diese Fake-News-Mentalität. Viele Medien gehen heute viel salopper mit der Wahrheit um. Sie spitzen lieber zu, übertreiben und schreiben Blödsinn. Wir sollten wieder zu mehr Niveau finden und wieder mehr bei der Wahrheit bleiben. Dieser unsägliche amerikanische Ex-Präsident hat bei dieser Entwicklung natürlich seinen Beitrag geleistet. Aber diese neue Rücksichtslosigkeit betrifft jeden einzelnen von uns. Man muss ja nur mal eine längere Autobahnfahrt machen, da merkt man schnell: Wir sind einfach nicht mehr nett zueinander. Das müssen wir wieder lernen.

Frage: Was stimmt Sie trotzdem zuversichtlich?

Antwort: Die jungen Menschen, die für eine vernünftigere Klimapolitik auf die Straße gehen. Das finde ich toll. Und ich hoffe, dass sie die Energie haben, über einen längeren Zeitraum durchzuhalten. Corona hat das Problem der Klimakrise momentan in den Hintergrund gedrängt - doch letzten Endes ist es die viel größere Katastrophe für die Menschheit. Dass wir jetzt einen amerikanischen Präsidenten haben, der diesem Thema wieder Gehör schenken will, stimmt mich optimistisch.

Frage: Sie werden am 14. Januar 75 Jahre alt. Hat Sie dieses reife Alter zugänglicher, vielleicht auch weicher gemacht?

Antwort: Ja, unbedingt. Ich kann heute viel eher in das Leben hineinleben. Ich weiß, wo ich herkomme, wer ich bin, was ich kann und was ich nicht kann. Das macht schon viel gelassener. Allerdings muss ich sagen, dass ich mich keinesfalls nach 75 fühle. Schon eher nach 60 ... oder auch mal nach 45. Ich habe jedenfalls noch eine ganze Menge vor.