Auf die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland kommen neue Corona-Beschränkungen zu. Das hat weitreichende praktische Folgen im Alltag. Die Hürden, vom Maßnahmen-Flickenteppich zu bundesweit einigermaßen einheitlichen Schutzstandards zu kommen, schienen bei der Ministerpräsidentenkonferenz kaum überwindbar zu sein. Doch nun gibt es einen neuen entscheidenden Wert, der darüber bestimmt, welche Corona-Regeln in Deutschland greifen: Die Hospitalisierungsrate. Doch was hat es mit diesem Wert, der auch als Hospitalisierungsindex oder Hospitalisirungsinzidenz bezeichnet wird, auf sich? Die Definition und Bedeutung im Überblick.

Entscheidend für aktuelle Corona-Regeln: Hospitalisierungsrate statt Inzidenz

Lange Zeit war in der Pandemie die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Fallzahlen in Deutschland der bestimmende Wert, der auch in der öffentlichen Debatte weiter eine viel größere Rolle spielt als der Hospitalisierungsindex. Dieser wurde im Sommer mit der voranschreitenden Impfkampagne verstärkt in die Diskussion gebracht. Hintergrund war der Gedanke, dass bei einem immer größeren Anteil der Bevölkerung, der geimpft ist, die Inzidenz der Neuinfektionen an Aussagekraft verliere und die Hospitalisierungen die Lage besser abbilden.

Hospitalisierungsindex zu Klinik-Einweisung in der Definition: Was ist das?

Bei den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Lage spielt der sogenannte Hospitalisierungsindex eine wichtige Rolle. Wenn dieser Wert eine bestimmte Schwelle überschreitet, sollen künftig strengere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus greifen. Der Index gibt Auskunft über Krankenhauseinweisungen gemessen an der Bevölkerungszahl. Die Hospitalisierungsarte beschreibt die Zahl der Menschen, die binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion in einem Krankenhaus ausgenommen wurden – bezogen auf 100.000 Einwohner.

Bedeutung: Was bedeutet die Hospirtalisierungsrate für aktuelle Corona-Maßnahmen?

Der Hospitalisierungsindex gibt die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern an. Bund und Länder hatten am Donnerstag vereinbart, dass bei Überschreiten bestimmter Belastungsschwellen der Kliniken einheitlich härtere Corona-Maßnahmen greifen sollen. Orientierungsgröße soll die Hospitalisierungsrate des jeweiligen Landes sein. Dafür erfasst das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Klinikaufnahmen von Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner in einem Sieben-Tage-Zeitraum. Konkret soll es ausgehend davon künftig drei Stufen mit jeweils weitergehenden Beschränkungen geben - unter anderem mit flächendeckenden Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene (2G).

Hospitalisierungsrate der Bundesländer und Auswirkungen auf 2G und 2G + Regel

Um die Ausbreitung des Virus in den Griff zu kriegen, legten Bund und Länder neue Grenzwerte für Beschränkungen fest. Ausschlaggebend ist künftig die Hospitalisierungsrate. Diese drei Stufen soll es künftig durch den Wert der Hospitalisierung geben:
  • Hospitalisierungsrate 3: Nach dem neuen Gesetz sollen die Länder beim Überschreiten einer Hospitalisierungsrate von 3 flächendeckende Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene (2G) etwa zu Veranstaltungen und der Gastronomie einführen.
  • Hospitalisierungsrate 6: Bei Überschreiten eines Werts von 6 sollen die Länder darüber hinausgehend in bestimmten Einrichtungen auch für Geimpfte und Genesene zusätzlich Testnachweise oder andere Maßnahmen vorschreiben (2G plus).
  • Hospitalisierungsrate 9: Spätestens bei Überschreiten des Schwellenwerts von 9 sollen die Länder dann von weitergehenden Beschränkungen Gebrauch machen. Dies zielt auf eine vom Bundestag beschlossene Klausel: Nach einem entsprechenden Landtagsbeschluss sollen die Länder auch härtere Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen oder Einschränkungen und Verbote von Veranstaltungen verhängen können.