In Deutschland arbeiten Millionen Menschen regelmäßig im Homeoffice. Während der Corona-Pandemie galt dies als wirksamer Schutz vor Ansteckungen. Auch weiterhin wollen viele Arbeitnehmer den Weg ins Büro nicht mehr täglich antreten, sondern den Rechner lieber zu Hause anschalten. Der Bund hat jetzt beschlossen, dass künftig eine höhere Pauschale für die Arbeit im Homeoffice bei der Steuererklärung angesetzt werden kann.

Homeoffice-Pauschale: Was gibt es aktuell von der Steuer wieder?

Ende 2020 hat die Bundesregierung mitten in der Corona-Pandemie die Homeoffice-Pauschale beschlossen. Seitdem können Arbeitnehmer sich einen Teil der Strom- und Heizkosten über die Steuererklärung wieder reinholen. Aktuell gilt folgende Regel: Pro Tag im Homeoffice können pauschal fünf Euro abgerechnet werden. Maximal gilt das aber nur für 120 Tage pro Kalenderjahr. Der Maximalbetrag der Homeoffice-Pauschale beträgt derzeit also 600 Euro.

Höhere Homeoffice-Pauschale: Ab wann gilt sie?

Jetzt hat der Bundestag mit der Änderung der Jahressteuergesetzes an zwei Stellschrauben bei der Homeoffice-Pauschale gedreht. Einerseits gibt es künftig sechs Euro statt fünf und es können 210 Tage angesetzt werden. Maximal können also künftig bei der Steuererklärung 1260 Euro für die Arbeit im Homeoffice geltend gemacht werden. Die Regelung gilt auch, wenn kein häusliches Arbeitszimmer zur Verfügung steht. Die höhere Homeoffice-Pauschale gibt es allerdings erst ab dem Steuerjahr 2023, kann also erst in der Steuererklärung im darauffolgenden Jahr 2024 frühestens geltend gemacht werden.

Arbeit im Homeoffice: Was gehört zur Mindestausstattung?

Der Arbeitgeber ist in der Regel verpflichtet, den Homeoffice-Arbeitsplatz auf seine Kosten einzurichten. Dazu gehören laut Verdi zum einen das Mobiliar und sonstige Büromaterialien. Zum anderen muss der Arbeitgeber die nötige Telekommunikationstechnik mitsamt Hard- und Software zur Verfügung stellen. Im Einzelnen können dies beispielsweise Computer, Telefon, Kopfhörer und Kamera sein.
„Der Arbeitgeber trägt auch die Kosten für Wartung und Reparatur“, so Daniel Stach, Jurist bei der Gewerkschaft Verdi. Den Einsatz privater Geräte kann der Arbeitgeber nicht verlangen. „Er kann dies aber - in der Praxis oft auf Wunsch des Beschäftigten - mit seinen Beschäftigten vereinbaren“, heißt es von Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Unabhängig davon, ob Arbeitsmittel des Arbeitgebers oder der Beschäftigten zum Einsatz kommen, müssen Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet sein.

Gibt es Vorschriften, wie der Arbeitsplatz zu Hause aussehen muss?

Ebenso wie im Büro trägt der Arbeitgeber die Verantwortung dafür, dass Beschäftigte im Homeoffice die Unfallverhütungsvorschriften, die Anforderungen an die Arbeitssicherheit und an eine ergonomische Gestaltung einhalten. Dabei kommt es auch auf ausreichend Platz sowie Lüft- und Heizmöglichkeiten an.
„Der Arbeitgeber hat also auch im Homeoffice eine Schutzpflicht gegenüber seinen Arbeitnehmern“, so Stach. Theoretisch muss der Arbeitgeber daher auch zu Hause eine sogenannte Gefährdungsbeurteilung durchführen. Etwa um Gesundheitsrisiken zu ermitteln und auszuschließen.
Der Arbeitgeber habe aber kein generelles Zutrittsrecht zur privaten Wohnung des Arbeitnehmers, so Stach. „Die Unverletzlichkeit der Wohnung ist grundrechtlich festgeschrieben.“ Eine Beurteilung der Wohnung unter Arbeitsschutzaspekten ist also nur mit Zustimmung des oder der Beschäftigten möglich.
Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat, stehen ihm bei der Ausgestaltung der Homeoffice-Regeln zwingende Beteiligungsrechte zu. Regelt eine Betriebsvereinbarung das Thema Homeoffice, ist diese zu beachten.
(mit Material von dpa)