• Bei einer Flutwelle an der Höllentalklamm ist eine Frau tot geborgen worden
  • Nun soll die Identität der Verunglückten Ermittlungen zufolge klar sein
  • Wahrscheinlich handelt es sich um eine 33-jährige Frau aus Lichtenfels (Oberfranken)
  • Ein Mensch wird nach dem Unglück immer noch vermisst
Die nach der Flutwelle an der Höllentalklamm tot geborgene Frau stammte laut Ermittlern aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Landkreis Lichtenfels in Oberfranken und war 33 Jahre alt. Eine Obduktion soll die Identität noch zweifelsfrei klären, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd am Mittwoch. Das Ergebnis werde voraussichtlich am Donnerstag vorliegen.

Höllentalklamm Flut-Unglück: Vermisster wird noch gesucht

Helfer suchten am Mittwoch weiter nach einer zweiten vermissten Person, die Augenzeugen zufolge mit der Frau von den Fluten weggerissen worden sein soll. Allerdings schwindet die Hoffnung, die Person lebend zu finden.

Tote bei Wanderunfall an der Höllentalklamm bei der Zugspitze

Die Frau war am Dienstagmorgen tot aus dem Wasser geborgen worden. Eine Vermisstenmeldung passe sehr genau auf die Tote. Die Kriminalpolizei Garmisch-Partenkirchen gehe derzeit davon aus, dass es sich um die 33-Jährige handele.

Höllentalklamm Garmisch-Partenkirchen: Flutwelle reißt Menschen mit

Acht Menschen waren am Montagabend nach dem Unglück weitgehend unverletzt aus der Klamm nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gerettet worden. Die beiden zuletzt Vermissten hatten Augenzeugen zufolge auf einer Holzbrücke über den Hammersbach oberhalb der Klamm gestanden, als die Welle kam. Die Brücke wurde demnach überspült oder teils weggerissen. Die früher massiver gebaute Brücke war bereits einmal weggerissen worden und danach bewusst von einer Fachfirma so konstruiert worden, dass sie maximalen Wassermassen nicht standhält, sagte der Sprecher des Deutschen Alpenvereins (DAV), Thomas Bucher. Andernfalls sammele sich Treibgut, das Wasser staue sich – mit der Gefahr einer noch größeren Flutwelle, wie frühere Erfahrungen zeigten.

Gefährliche Brücke für Wanderer an Klamm

„Es ist ein schrecklicher Unfall, den wir sehr bedauern“, sagte Bucher. Weiterhin sei nicht klar, was sich genau abspielte und ob die Frau und ein weiter Vermisster tatsächlich mit der Brücke weggerissen wurden. Für die Klamm und die oberhalb liegende Brücke sei die DAV-Sektion Garmisch-Partenkirchen zuständig, sagte Bucher. Diese habe grundsätzlich eine Verkehrssicherungspflicht. Es gebe aber keine Aufsichtspflicht. Die Brücke befinde sich außerhalb der Klamm an dem Wanderweg zur Höllentalangerhütte und Zugspitze. Der DAV ist vielerorts für die Pflege alpiner Wege zuständig.

Vermisste Wanderer an Höllentalklamm in Bayern

Die Klamm ist von oben vollkommen frei zugänglich. Auch am unteren Zugang gibt es keine Sperre. In Zeiten, in denen das Kassenhäuschen besetzt sei, werde bei Gewitter oder Unwetter niemand in die Klamm eingelassen - nicht aber bei einer Ankündigung eines Unwetters, sagte Bucher. Die Flutwelle sei ein extrem außergewöhnliches Ereignis gewesen, das so nicht absehbar war. Schon seit Montag hatten Helfer mit einem Großaufgebot von bis zu 160 Kräften nach der weiteren vermissten Person gesucht, Augenzeugen zufolge soll es sich wohl um einen Mann handeln. Dabei seien bereits alle relevanten und denkbaren Bereiche mehrfach abgesucht worden, erläuterte der Einsatzleiter des Bayerischen Roten Kreuzes, Hans Steinbrecher. Ein Hubschrauber und mehrere Drohnen hatten aus der Luft die Suche nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen unterstützt. Die Staatsanwaltschaft München II leitete Vorermittlungen ein, wie eine Sprecherin sagte. Gegen konkrete Personen richteten sich diese Überprüfungen bisher aber nicht.