Stuttgart Wechselwetter: Nach Starkregen Kurs auf Wärmerekord

Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen in Neckargemünd auf einer überfluteten Straße. Foto: Rene Priebe
Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen in Neckargemünd auf einer überfluteten Straße. Foto: Rene Priebe © Foto: Rene Priebe
DPA 31.12.2017

Wetterkapriolen zum Jahreswechsel: Nach einer Nacht mit überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern hob der Deutsche Wetterdienst seine Hochwasserwarnungen zu Silvester auf - und rechnete angesichts stetig steigender Temperaturen im deutschen Süden sogar mit einem Wärmerekord. Der bisherige Silvester-Rekord war 1961 mit 17 Grad in Müllheim bei Freiburg erreicht worden, wie Christoph Hartmann von der Vorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach sagte. Am Silvester-Nachmittag 2017 war es im badischen Rheinfelden am wärmsten: 15,6 Grad, Tendenz steigend.

Zwischen einem Tief mit Kern über der Nordsee und hohem Luftdruck über Südeuropa kommt laut DWD mit lebhafter Südwestströmung ungewöhnlich milde Meeresluft nach Baden-Württemberg. In der Nacht zu Montag sollte laut Vorhersage ein Frontenausläufer von Westen auf das Ländle übergreifen. Damit verbunden sei auch am Neujahrstag mit teils stürmischen Windböen zu rechnen, besonders auf exponierten Schwarzwaldgipfeln.

Zuvor hatten heftige Regenfälle vielerorts in Baden-Württemberg für Hochwasser gesorgt. Besonders im Norden wurden dadurch Schäden angerichtet: Kleinere und mittlere Gewässer waren über die Ufer getreten und hatten Keller und angrenzende Straßen geflutet. Schlamm und Wasser machten viele Straßen unbefahrbar.

Nach Angaben der Polizei rutschte auf der Kreisstraße zwischen Waldwimmersbach und Neckargemünd in der Nacht zu Silvester ein Teil eines Hanges ab. Das Gebiet wurde von der Feuerwehr abgesperrt und gesichert. Die Straße blieb mehrere Stunden gesperrt.

Ebenfalls von einem Erdrutsch betroffen war ein Haus am Bächenbuckel in Heidelberg. Teile des Gebäudes wurden von Schlamm und Geröll zugeschüttet. Die Bewohner wurden in Sicherheit gebracht.

Laut Polizeiangaben floss das Wasser auf den Straßen meist schnell ab, nachdem der Regen aufhörte. Das war allerdings nicht überall der Fall: Die Ortseinfahrt in Neckargemünd und ein dortiger Kindergarten standen am Sonntagmorgen noch immer unter Wasser.