Glosse Hochprozentige Hochkonjunktur

Der US-Liedermacher Bob Dylan steigt ins Whiskey-Geschäft ein.
Der US-Liedermacher Bob Dylan steigt ins Whiskey-Geschäft ein. © Foto: Michael Kappeler/dpa
Berlin / Hajo Zenker 02.05.2018

Populäre Musik und Alkohol scheinen irgendwie zusammenzugehören. Vielleicht, weil es sich als Konzertbesucher nach einigen Gläsern besser mitsingen lässt. Auf jeden Fall ist das für Künstler deshalb gern auch ein zusätzliches Geschäftsmodell. Kein Wunder also, dass es Bier von Iron Maiden und Champagner von Jay Z gibt.

Nun aber veredelt eine lebende Legende die Alkoholbranche: Bob Dylan steigt in das Whiskey-Geschäft ein. Zusammen mit zwei Partnern hat er dafür Millionen investiert. Die bei Flaschenpreisen zwischen 60 und 90 Dollar – erhältlich ab 21. Mai – für bisher drei Sorten aber schnell wieder hereinkommen sollten.

Aber natürlich kann es solch ein Ausnahmekünstler, der schließlich als einziger Musiker den Literaturnobelpreis bekommen hat, nicht bei einer simplen Verkaufsankündigung belassen. Da muss schon etwas literarische Begleitmusik her: „Wir wollten eine Sammlung amerikanischer Whiskeys herstellen, die auf eigene Weise eine Geschichte erzählt“, hat der 76-Jährige, der eigentlich Robert Allen Zimmerman heißt, erklärt. Und der in Anlehnung an eines seiner bekanntesten Stücke, nämlich „Knocking On Heaven‘s Door“, die Whiskey-Marke „Heaven‘s Door“ getauft hat. Also hochprozentige Hochkultur. Echt himmlisch. Ob ein Glas davon aber dabei hilft, die genuschelten Texte von Bob Dylan besser zu verstehen, muss sich erst noch zeigen.