Langenargen Hitzeprobleme nur im Untersee des Bodensees: Kleine Quallen

An einem stilen Ufer des Bodensees. Foto: Felix Kästle/Archiv
An einem stilen Ufer des Bodensees. Foto: Felix Kästle/Archiv © Foto: Felix Kästle
Langenargen / DPA 07.08.2018

Die Fische im Bodensee werden die Hitzeperiode nach Experteneinschätzung weitgehend unbeschadet überstehen. Lediglich im Untersee könnten Äschen und Aale Probleme bekommen, sagte der Leiter der Fischereiforschungsstelle in Langenargen, Alexander Brinker, am Dienstag. Der Wasserstand im Untersee sei relativ niedrig. Er rechne aber nicht mit einem Fischsterben. Am Montag hatten Fischer in der Schweiz von zahlreichen verendeten Fischen im Hochrhein westlich des Untersees gesprochen.

Im Hitzesommer 2003 verendeten nach Brinkers Angaben sehr viele Aale, die Population habe sich seitdem nicht vollständig erholt. Aale blieben relativ stur in ihren Unterständen, auch wenn sich die Lebensbedingungen verschlechtern, während andere Fische in Bereiche mit besseren Bedingungen abwandern. Bisher seien nur einzelne tote Fische gefunden worden. Im Obersee sei nicht mit Problemen zu rechnen. Fische könnten jederzeit in kühlere Wasserschichten ausweichen. „Große Seen sind sehr robust“, sagte Brinker.

Wer in stillen Uferbereichen des Bodensees genau hinschaut, kann zur Zeit möglicherweise kleine Süßwasserquallen entdecken, die nur in Sommern mit besonders warmem Wasser wachsen. Es handelt sich nach Angaben der Biologin Petra Teiber-Sießegger vom Institut für Seenforschung um eine Art aus Südostasien, die 1999 im Bodensee erstmals nachgewiesen wurde.

Aus den winzigen Polypen entwickelt sich erst bei Wassertemperaturen oberhalb von 24 bis 25 Grad die Medusenform, die jetzt zu sehen ist. Für Menschen sind die Quallen ungefährlich. Der Einwanderungsweg ist nach Angaben der Wissenschaftlerin unklar. Möglicherweise seien sie durch Vögel verbreitet worden.

Institut für Seenforschung

Fischereiforschungsstelle

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