Ulm Heute ist Tag der Workaholics

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AXEL HABERMEHL 05.07.2016

Arbeit ist ja sehr wichtig. Arbeit bedeutet Leistung, Leistung bedeutet Wertschöpfung und wer Wert schöpft, verdient Anerkennung. Darauf baut irgendwie alles auf. Würde Arbeit nicht so exklusiv mit Anerkennung belohnt, sondern anderen Tätigkeiten – Herumlungern etwa – gleichgestellt, könnte sich der Bundesfinanzminister sein dringend benötigtes Wachstum vorerst an den Hut stecken.

Deshalb vermutlich wird Herumlungern gemeinhin nur höchst ungern, und wenn überhaupt als eine Art notwendiges Übel, anerkannt. Erholen Sie sich gut, heißt es zynisch vor dem Urlaub, und man ist in dieser unserer Wertschöpfungsgesellschaft fast peinlich berührt, wenn man – hat man beispielsweise mal einen freien Dienstag ergattert – so durch die Stadt faulenzt und einen entfernten Bekannten trifft. So, frei also, sagt man sich dann gerne. Na, genieß es! Die absolute Krönung ist der Satz: Das hast du dir auch verdient!

Menschen mit einem, nennen wir es normal-gestörten Verhältnis zu Arbeit, murmeln bei solchen Gelegenheiten sowas wie Danke und denken sich: Rutsch mir doch den Buckel runter, seit wann muss ich mir einen Dienstagvormittagsspaziergang verdienen!?! Für Menschen aber, die an pathologischer Arbeitssucht leiden, Workaholics genannt, ist der Tag dann gelaufen. Beschämt eilen sie an den nächsten Aktenberg, wo sie bald darauf Herzanfälle erleiden oder ähnliche Unerfreulichkeiten.

Und deshalb feiern wir heute den Tag der Workaholics! Naja, oder auch nicht. Genau weiß leider keiner, warum jemand in den USA ausgerechnet den 5. Juli, den Tag nach dem örtlichen Unabhängigkeitsfest also, zum Tag der Workaholics erkoren hat. Vielleicht störten diesen Jemand all die Frauen, die am offiziellen Tag des Bikinis (5. Juli, seit 1946!) im Bikini herumlungerten und er fand, die sollten lieber arbeiten. Vielleicht wollte der Urheber auch nur auf den Wert der Arbeitssucht für das heutzutage übliche Wirtschaftsmodell aufmerksam machen und fand, die Krankheit habe einen eigenen Tag verdient.

Wie auch immer, wir können das jetzt leider nicht klären: keine Zeit, zu viel Arbeit. Und Sie müssen sicher auch gleich los!