Der Rohstoffmarkt ist auf der ganzen Welt angespannt. Sorgen um eine Rezession, Ressourcenknappheit und Krieg belasten die Märkte. Der Ölpreis ist aktuell sehr stabil, bleibt aber auf einem hohen Niveau. Wer nächsten Winter mit Öl heizen will, überlegt daher jetzt, wann 2022 der beste Zeitpunkt zum Auftanken ist. Für den Winter wird es zeitlich nämlich langsam knapp: Die Heizperiode hat begonnen.
  • Heizölpreise Prognose: So könnten sie sich 2022 entwickeln
  • Sollte man jetzt Heizöl kaufen? Oder doch noch abwarten?
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  • Sollte man jetzt für den nächsten Winter volltanken?

Heizölpreise aktuell: Das ist die Prognose für Herbst und Winter

Die Heizölpreise in Deutschland bzw. die Energiepreise insgesamt sind so hoch wie lange nicht mehr. Und im Winter sollen sie nicht sinken. Experten gehen davon aus, dass die Heizölpreise auch zum Ende des Jahres auf hohem Niveau bleiben werden. Wie das Ölmarktportal „Tecson.de“ schreibt, dominieren drei Faktoren aktuell den Markt: Inflation, Rezession und Krise. Möglich ist aber, dass die Preise sinken werden – unter anderem wegen dem geplanten Deckel auf russischem Rohöl.
Andere Portale vermuten ebenfalls, dass Heizölpreise sinken werden. Allerdings ist jetzt auch ein Boom in den Bestellungen eingegangen, was die Preise wieder nach oben treibt. „Fastenergy.de“ schreibt daher: „Die Aussichten auf einen weiteren Rückgang der Heizölpreise haben sich nach dem Bestellboom der letzten Tage deutlich eingetrübt. Wir rechnen erst wieder mit einer spürbaren Verbilligung, wenn das Bestellaufkommen deutlich zurückgeht.“

Heizöl kaufen oder noch warten: Wann sollten man den Tank auffüllen?

Das kurzfristige Umsteigen auf einen anderen Energieträger ist natürlich für die meisten Menschen unmöglich. Wer aktuell Öl zum Heizen nutzt, wird das aller Voraussicht nach auch im Winter 2022 noch tun. Für diese Menschen ist die Frage danach, wann man denn den Tank wieder auffüllen sollte, in diesem Jahr schwieriger als zuvor. Die Preise sind aktuell sehr hoch, viele hegen daher die Hoffnung, dass sie wieder sinken könnten und dann ein Schnäppchen gemacht werden kann.
Tecson schreibt in ihrer Empfehlung, dass man jetzt warten sollte, wenn man kann. „Unsere Erwartung ist, dass sich die Rohölpreise in Q4 weiter nach oben bewegen werden, aber die Heizölpreise nicht in dem Maße mitziehen dürften.“ Wer nicht dringend kaufen muss, sollte etwas abwarten und zur Not die ersten Heizmonate mit der bisherigen Reserve durchkommen. Die Lage ist also unübersichtlich.
Fastenergy schreibt im Grunde das gleiche wie der Konkurrent: „Wer mit seinem Vorrat noch gut über den Winter kommt, sollte abwarten und auf weitere Preisrückgänge in den nächsten Wochen und Monaten setzen. Ölheizer mit geringem Vorrat sollten unbedingt rechzeitig bestellen, denn die Lieferzeiten bleiben bis auf Weiteres ungewöhnlich lang.“

Wie wichtig ist Mineralöl für Deutschlands Energieversorgung?

Für die Energieversorgung Deutschlands spielt Mineralöl eine wichtige Rolle. Im vergangenen Jahr war Erdöl mit fast 32 Prozent vom Primärenergieverbrauch der wichtigste Energieträger in Deutschland - vor Erdgas (27 Prozent) und Erneuerbaren Energien (16 Prozent). Insgesamt wurden 2021 rund 81,4 Millionen Tonnen importiert, weitere 1,8 Millionen Tonnen wurden in Deutschland gefördert. Das meiste Erdöl kam 2021 aus Russland (34 Prozent). Auf die USA entfielen 12 Prozent, auf Kasachstan und Norwegen jeweils 10 und auf Großbritannien 9 Prozent. Das Öl gelangt über Pipelines und Seehäfen nach Deutschland.

Heizöl in Ostdeutschland und Berlin: Sorge um Knappheit

Besonders Menschen, die von der Raffinerie in Schwedt versorgt werden, sollten ihren Heizöltank jetzt auffüllen. Das gilt also besonders für Menschen in Ostdeutschland und Berlin. Nach eigenen Angaben versorgt die PCK Schwedt zu 90 Prozent Berlin und Brandenburg mit Benzin, Kerosin, Diesel und Heizöl. Aus diesem Grund wird ein Ölembargo besonders den Osten des Landes hart treffen. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat sogar vor einer Knappheit von Benzin und Heizöl in der Region gewarnt.

Heizen im Winter 2022: Alternativen zu Öl und Gas gesucht

Seitdem die Energiepreise so massiv ansteigen fragen sich immer mehr Menschen, welche Alternativen es zum Öl und Gas gibt. Das ist auch in Sachen Klimaschutz eine gute Sache, die aktuell auch von der Regierung gefördert wird. Zu den Optionen gehören unter anderem Wärmepumpen, Infrarotheizungen oder Holzheizungen. Noch weitere Infos zum Heizen ohne Öl und Gas gibt es hier: