Malmö Heckenschütze bekommt lebenslang

GAM 24.11.2012

Seine Attentatsserie versetzte Malmös Einwanderer in Angst und Schrecken, jahrelang führte er die Ermittler der schwedischen Kripo in die Irre. Nun muss Peter Mangs seine Verbrechen für den Rest seines Lebens hinter Gittern sühnen. Wegen zwei Morden und fünf Mordversuchen verurteilte das Amtsgericht in Malmö den 40-jährigen Schweden am Freitag zur Höchststrafe. Er selbst bestreitet die ihm zur Last gelegten Taten, sein Verteidiger kündigte Berufung an.

Mangs Mordanschläge haben deutliche Parallelen zu denen der Zwickauer Terrorzelle NSU, obwohl er offensichtlich als Einzeltäter handelte. Wie bei der deutschen Mörderbande dauerte es auch in Malmö lange, ehe die Polizei einen Zusammenhang und ein rechtsradikales Motiv erkannte. Sieben Jahre lang vergingen von Mangs erstem Mord bis zu seiner Festnahme, und erst in der letzten Phase der Fahndung war den Ermittlern klar, dass es sich um einen Serientäter handelte, der es auf Dunkelhäutige abgesehen hatte. Bis dahin glaubten sie an interne Abrechnungen in der Unterwelt, obwohl viele der Opfer völlig unbescholten waren.

Aus Gebüschen oder anderem Hinterhalt schoss Mangs in Wohnungen und Pizzabuden, parkende Autos und Fitnessstudios, und bis auf eine junge Frau, die mit einem Ausländer in einem Auto saß, waren alle seine Opfer Zuwanderer. Als die Polizei nach einem konkreten Tipp vor zwei Jahren endlich seine Wohnung stürmte, fand sie dort die Waffen, die bei den Attentaten benützt wurden und seine "Kampfuniform" mit schusssicherer Weste und großen Mengen Munition. Wegen drei Morden und 13 Mordversuchen wurde Mangs angeklagt, bei zwei Morden und fünf Anschlägen war die Beweislage so klar, dass es am Schuldspruch trotz Leugnens keine Zweifel gab.

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