Hautpilz am Kopf: Symptome, Ansteckung und Behandlung - Alles zur Infektion mit Trichophyton tonsurans

Pilzinfektionen auf dem Kopf und im Bartbereich nehmen vor allem bei männlichen Jugendlichen und jungen Männern rasant zu.
Armin Weigel/dpa (Symbolfoto)Schuppende und teils auch eitrige Pilzinfektionen auf dem Kopf und im Bartbereich nehmen vor allem bei männlichen Jugendlichen und jungen Männern rasant zu. Wo kann man sich anstecken? Wie erkennt und behandelt man eine solche Pilzinfektion? Hier gibt es alle Infos:
Ansteckung und Übertragung: Woher kommt die Pilzinfektion am Kopf?
Fachleute gehen davon aus, dass sich die Personen überwiegend in Barbershops infizieren - also in Friseurgeschäften, die sich vor allem an diese Kundengruppe wenden und mit günstigen Preisen werben. „Die steigende Zahl von Infektionen mit dem Pilz Trichophyton tonsurans ist ein richtiges Problem und erst in den letzten etwa drei Jahren aufgekommen“, berichtet Pietro Nenoff, Laborarzt und Professor für Dermatologie an der Uni Leipzig. „Es gibt einen stetigen Anstieg.“
Der Hauptübertragungsweg ist der direkte enge Körperkontakt (zum Beispiel von Kopf zu Kopf). Auch eine indirekte Übertragung über textile Gegenstände, die mit Pilzsporen besiedelt sind (wie Decken, Kuscheltiere, Vorhänge, Wäsche oder Mützen, aber auch Kämme und Bürsten), ist möglich.
Was sind die Gründe für die Ansteckung?
Ursache der Infektionen sei mangelnde Hygiene und unzureichende Desinfektion etwa von Rasiergeräten. Die Dunkelziffer sei hoch, denn eine Meldepflicht gebe es für diesen Pilz nicht.
Symptome: Wie ist der Pilz am Kopf erkennbar?
Laut Landeszentrum Gesundheit in Nordrhein-Westfalen ist die oberflächliche Form mit meist mehreren deutlich abgegrenzten, runden Herden mit Schuppungen und abbrechenden Haarschäften zu erkennen. Die chronisch-entzündliche Form wird durch Eiterbläschen und teilweisen Haarverlust gekennzeichnet. Oft kommt es zu Haarausfall, Juckreiz und zum Abbrechen der Haare. Allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Erbrechen und regionale Lymphknotenschwellung können mit einhergehen. Bei Nichtbehandlung und intensiven entzündlichen Verläufen kann es zu Kahlheit und Narbenbildung kommen. Je schneller die Behandlung beginnt, desto eher wachsen die Haare wieder nach.
Behandlung: Wie wird so eine Pilzerkrankung kuriert?
Nach Information des Landeszentrums richtet sich die Therapie und die Behandlungszeiten eines Kopfpilzes sich nach dem klinischen Bild und der Erregerart der Kopfpilzinfektion. Die Behandlung kann sich zwischen Erwachsenen und Kindern unterscheiden, da einige Medikamente nicht für Kinder zugelassen sind. In der Regel erfolgt eine kombinierte Behandlung durch die orale Gabe von antimykotischen Medikamenten als Saft oder in Tablettenform (zum Beispiel Griseofulvin, Itraconazol, Terbinafin, Fluconazol) und eine lokale Behandlung (zum Beispiel durch Haarwäschen mit antimykotischem Shampoo, antimykotischen Cremes oder Lösungen).
