Kultur Hamburgs neues Klangwunder: Die Elbphilharmonie

dpa 12.01.2017

Genau 110 Meter ragt die Spitze der Elbphilharmonie, die am Morgen noch mit der Sonne um die Wette gestrahlt hatte, in den regnerischen Hamburger Abendhimmel. Es stürmt, es ist kalt, deswegen verzögert sich die Eröffnung um eine halbe Stunde. Macht nichts, die 2100 geladenen Gäste haben genug zu schauen.

Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel fahren die längste Rolltreppe der Welt auf die öffentliche Plaza in 37 Metern Höhe hoch. Der Schauspieler Armin Mueller-Stahl, der Regisseur Fatih Akin, die Modeschöpferin Jil Sander, Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche und viele andere Prominente folgen ihnen über geschwungene Treppenaufgänge in den hell erleuchteten Großen Konzertsaal.

Auch 500 Menschen, die ein Ticket gewonnen hatten, sind dort. Schließlich soll die „Elphi“ einmal ein „Haus für alle“ sein. Unter ihnen: der weltberühmte Akustiker Yasuhisa Toyota, der den Klang zu verantworten hat. Er wollte, dass alle Besucher auf den terrassenförmigen Publikumsrängen gleich gut hören können. Gauck wird später sagen: „Was für ein Raum, der die Musik so eindrucksvoll in die Mitte rückt. Was für ein wunderbarer Klang, hier in diesem Amphitheater der Tonkunst!“

Applaus, als der Chefdirigent Thomas Hengelbrock den Saal betritt. Er eröffnet den Festakt mit der Ouvertüre zu „Die Geschöpfe des Prometheus“ von Beethoven. Es folgen Werke von Cavalieri, Liebermann, Messiaen, Praetorius, Wagner, Wolfgang Rihm und zum Ende Beethovens Neunte mit der Zeile „Seid umschlungen, Millionen!“ – ein Zufall, dass das als Hinweis auf die Kosten gedeutet werden kann …

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