Gewaltverbrechen, Energiekrise und Krieg – das Jahr ist mit vielen traurigen Nachrichten gestartet. Oft gehen die guten Nachrichten dabei unter. Doch es gibt sie: weniger Diskriminierung bei der Blutspende, neue Arbeitsmodelle und mehr Gleichberechtigung. Wir haben die guten Nachrichten der Woche für euch zusammengestellt.

Blutspende und Homosexualität: Regeln sollen geändert werden

Männer, die Sex mit Männern haben, können bisher ziemlich pauschal vom Blutspenden ausgeschlossen werden. Viele kritisieren das als diskriminierend. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will die bestehenden Beschränkungen für homosexuelle und bisexuelle Männer bei der Blutspende aufheben. Das geht aus einem Änderungsantrag zum Transfusionsgesetz hervor. „Die sexuelle Orientierung und die Geschlechtsidentität dürfen keine Ausschluss- oder Rückstellungskriterien sein“, heißt es in dem Entwurf für den Antrag. Mit der Änderung soll die Bundesärztekammer verpflichtet werden, ihre einschlägige Blutspenderichtlinie zeitnah zu ändern.
Aktuell werden Männer, die Sex mit Männern haben, nach Sexualkontakt mit einem neuen oder mehr als einem Sexualpartner für vier Monate von der Spende ausgeschlossen. Bei Sexualverkehr zwischen Frau und Mann wird hingegen für vier Monate nur zurückgestellt, wer „häufig wechselnde Partnern/Partnerinnen“ hat.

Weißenhorner Firma führt Vier-Tage-Woche ein

Donnerstags ins Wochenende: Die Firma Ritter und Bader führt die Vier-Tage-Woche ein. Trotz voller Auftragsbücher. Im November haben die Geschäftsführer Tobias und Angela Ritter die Vier-Tage-Woche in ihrem Betrieb mit 45 Mitarbeitern eingeführt. Zunächst versuchsweise bis Mitte dieses Jahres. Wobei die beiden jetzt schon die Prognose wagen, dass die verkürzte Arbeitswoche beibehalten wird. Denn sowohl Firma als auch Mitarbeiter profitieren von der neuen Arbeitskultur.

Frauenanteil in Führungspositionen steigt weiter

Noch immer gibt es mehr Chefs als Chefinnen. Doch der Anteil an Frauen in den Führungsetagen der Wirtschaft und des öffentlichen Dienstes steigt. Das geht aus der inzwischen sechsten jährlichen Veröffentlichung der Zahlen durch die Bundesregierung in Berlin hervor. 2021 waren 39 Prozent der Führungskräfte in obersten Bundesbehörden Frauen, sechs Prozent mehr als 2015, als das reformierte Bundesgleichstellungsgesetz in Kraft trat.
Die Zahlen für die Wirtschaft stammen aus dem Geschäftsjahr 2019, insgesamt geht es um 2.300 Unternehmen. Danach betrug der Frauenanteil in den Aufsichtsräten von börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Gesellschaften 35 Prozent, - gegenüber 25 Prozent im Jahr 2015 - und lag damit über der gesetzlich vorgeschriebenen Quote von 30 Prozent. Bezogen auf alle Aufsichtsräte der Unternehmen liegt der Frauenanteil bei knapp 24 Prozent. In Vorständen ist aber noch viel zu tun. Dort ist weniger als jede zehnte Person eine Frau (8,4 Prozent).

Containern soll straffrei möglich werden

Justizminister Marco Buschmann (FDP) und Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) wollen dafür sorgen, dass niemand mehr dafür bestraft wird, dass er noch genießbare Lebensmittel aus Abfallcontainern holt. Eine Gesetzesänderung auf Bundesebene ist allerdings vorerst nicht geplant. Vielmehr werben die beiden Bundesminister in einem gemeinsamen Schreiben an die Justizminister und -senatoren der Länder dafür, einen Vorschlag des Landes Hamburg von 2021 zu unterstützen. Dieser sieht eine Änderung der Richtlinien für das Straf- und Bußgeldverfahren vor, die von den Ländern beschlossen werden könnte. Einzelne Länder signalisierten zumindest Gesprächsbereitschaft.
Laut dem Vorschlag sollte das sogenannte Containern nur noch bestraft werden, wenn ein Hausfriedensbruch vorliegt. Wer über eine niedrige Mauer steigt, um an den Abfallcontainer des Supermarktes zu gelangen und Lebensmittel mitnimmt, soll dafür nicht wegen Diebstahls belangt werden. Wer auf der Suche nach noch verzehrfähigen Lebensmitteln ein Tor aufhebelt und beschädigt, müsste dagegen weiterhin mit einer Strafe rechnen.

England: Schnelles Internet für alle

Schnelles Internet wird in England Pflicht. Bei Neubauten ist ein Gigabit-Breitband-Anschluss in Zukunft Pflicht – der schnellste verfügbare Anschluss auf dem Markt. Das beschloss die englische Regierung. Ein neues Gesetz soll es zudem einfacher machen, Breitbandanschlüsse in Häusern zu installieren, in denen bisher keine schnelle Leitung liegt.