Glosse Gründlich gereift

Sicherlich kürzer gereift als 7000 Jahre: Ein Laib Käse.
Sicherlich kürzer gereift als 7000 Jahre: Ein Laib Käse. © Foto: ©afxhome - fotolia.com
Berlin / Christopher Braemer 06.09.2018

Dass Käse zum europäischen Kulturgut gehört, das haben Forscher der Pennsylvania State University bewiesen. An der dalmatischen Küste entdeckten sie Käse, der 7200 Jahre gereift ist. Was anfangs als miesester aller Harzer Käse verdächtigt wurde, erwies sich als Fettsäurerest an Tonscherben, der selbst den hartgesottensten Parmesan-Fetischisten nicht munden würde. Die Milchprodukte führten in der Jungsteinzeit zu einem Rückgang des Säuglingssterbens, wird von den Käseforschern vermutet.

 Wenn er nicht gerade 7200 Jahre alt ist, wird Käse doch gerne gegessen. Die Bundeskanzlerin etwa hat gerne ein bisschen Käse zum Nachtisch, wie ihr Koch verriet. Womit wir bei Donald Trump und Amerika wären, wo es definitiv nicht „Make Käse Great Again“ heißt und manch eine Käsedelikatesse – Mimolette etwa – von den Behörden als „schmutzige, verrottete Substanz“ eingestuft wird, die „nicht als Nahrungsmittel geeignet“ sei.

 Um Säuglinge vor dem gefährlichen Gut zu schützen, haben die USA auch den Import von  Delikatessen wie Brie de Meaux, Reblochon oder Epoisses eingeschränkt. Lieber setzt man auf Fake Käse. Also Achtung, liebe Käseforscher  – es kann durchaus sein, dass der alte Käse bald in Quarantäne wandert.

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