Im Prozess um einen geplanten islamistischen Terroranschlag mit dem hochgiftigen Rizin soll an diesem Freitag das Urteil verkündet werden. Zunächst haben aber noch die Verteidiger für ihr Plädoyer das Wort. Der Prozess am Düsseldorfer Oberlandesgericht dauert bereits über ein Jahr.
Die Bundesanwaltschaft hatte vor einer Woche neun Jahre Haft für die Angeklagte, eine siebenfache Mutter aus Köln, gefordert. Die zum Islam konvertierte Deutsche habe mit ihrem bereits zu zehn Jahren Haft verurteilten Mann einen islamistischen Anschlag geplant. Sie teile die radikalislamische Ideologie der Terrororganisation Islamischer Staat. Zuvor hatten die Verteidiger vergeblich beantragt, das Verfahren einzustellen.
Die beschaffte Menge an Rizinus-Samen, aus dem das Paar den hochgiftigen biologischen Kampfstoff Rizin gewonnen hatte, hätte rechnerisch 13.500 Menschen töten können. Tatsächlich wären durch die geplante Verbreitung des Gifts mit einer Streubombe laut Gericht bis zu 200 Menschen getötet worden. Das Paar war im Juni 2018 in Köln festgenommen worden.