• Am Wochenende könnte sich der Himmel über Baden-Württemberg und Bayern erneut gelb einfärben
  • Ein Experte des Deutschen Wetterdienstes erklärt das Wetterphänomen
Eine Sand- und Staubwolke aus der Sahara wird voraussichtlich am Wochenende Europa erreichen. „Staubfahnen aus der Wüste können einen roten Himmel, eingeschränkte Sicht oder Flecken auf Autos und Fenstern durch Staubablagerungen verursachen“, sagte Mark Parrington vom EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus am Freitag. Anhand der Windvorhersagen sei eine Ausbreitung von Südeuropa bis nach Norwegen möglich.
Wegen der hohen Konzentrationen an Staub- und Sandpartikeln sei eine Verschlechterung der Luftqualität und damit verbundene gesundheitliche Folgen möglich. Die Wolke lasse sich wahrscheinlich mit bloßem Auge am Himmel erkennen. Der Hintergrund: Der Saharastaub verdunkelt den Himmel und die Partikelkonzentration vielerorts "hundertfach" höher steigen lassen als gewöhnlich.

Reutlingen/Stuttgart

Gelber Himmel - Aus ganz Baden-Württemberg und sogar aus der Schweiz kamen Anrufe

Bereits Anfang des Monats hatte Saharastaub gegen die Mittagszeit den Himmel im Süden und Südwesten Deutschlands gelb eingefärbt und für einen spektakulären Anblick gesorgt. „Menschen von überall haben schon angerufen. Nicht nur aus Ulm und Baden-Württemberg. Sogar aus der Schweiz haben uns Anrufe erreicht“, hatte Clemens Steiner vom Deutschen Wetterdienst damals auf Anfrage gesagt. Ferner hatte er erklärt, dass Staub und Sand aus der Sahara gelegentlich bei entsprechender Wetterlage bis nach Deutschland gelangen könnten. Dabei wird feiner Sand aus der Sahara-Wüste vom heißen Wind über das Meer weitergetragen. Dadurch ist die Sichtweite stark begrenzt und der Himmel scheint gelb zu strahlen. Dort wo Regen herunterkam, blieben die feinen gelb bis gelbroten Partikel des Wüstensands auch liegen.
Über der Stadt Lyon im Osten Frankreichs hatte Anfang des Monats ein besonders trübes Licht gehangen, in manchen Regionen war der Schnee gar gelb eingefärbt. Mancherorts war der Himmel eher rosa. Ein Wind aus dem Süden habe Sand aus der Sahara nach Frankreich getragen, klärte die Präfektur der Region Auvergne Rhône Alpes über das Wetterphänomen auf.
In manchen Regionen Frankreichs war Anfang Februar, als eine Staubwolke aus der Sahara bis in den Süden und Südwesten Deutschlands sowie nach Frankreich vorgedrungen war, in Teilen sogar Schnee gelb eingefärbt gewesen.
In manchen Regionen Frankreichs war Anfang Februar, als eine Staubwolke aus der Sahara bis in den Süden und Südwesten Deutschlands sowie nach Frankreich vorgedrungen war, in Teilen sogar Schnee gelb eingefärbt gewesen.
© Foto: Laurent Gillieron/AFP

Wetterphänomen „Blutregen“ - Gelbroter Sandstaub auch in Spanien

Der Saharastaub ließ damals auch Millionen von Spaniern im Osten und Nordosten des Landes staunen. Schon am frühen Morgen bedeckte eine dünne gelbrötliche Schicht Gehwege und Straßen, Autos und Balkone. Betroffen waren unter anderem die Regionen Valencia, Balearen mit der Urlaubsinsel Mallorca, Katalonien und Aragonien. In den Mittelmeer-Städten Alicante und Valencia gingen nach Medienberichten Tausende von Menschen auf die Straße, um Fotos zu machen oder ein bisschen Wüstenstaub aufzusammeln und nach Hause zu tragen.
Egal ob Schweiz, Frankreich, Spanien oder Deutschland: Menschen in Europa staunten Anfang Oktober über den gelben Himmel wegen einer Sahara-Staubwolke.
Egal ob Schweiz, Frankreich, Spanien oder Deutschland: Menschen in Europa staunten Anfang Oktober über den gelben Himmel wegen einer Sahara-Staubwolke.
© Foto: Olivier Mairie/DPA
Blutregen“ wird das Wetterphänomen genannt, weil es normalerweise von Niederschlägen begleitet wird. Diesmal war es aber (seltener) trockener Staub. Und sehr viel davon. So viel Saharastaub sei das letzte Mal in Spanien 2018 vom Himmel gefallen, sagte Wetterexperte Jorge Olcina der Zeitung „Información“.