Ulm Gefängnisstrafen für Kriegswaffen-Handel aus Ex-Jugoslawien

Handschellen liegen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel/Archiv
Handschellen liegen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel/Archiv © Foto: Armin Weigel
Ulm / DPA 27.07.2018

Wegen des Handels mit Kriegs- und anderen Waffen aus dem ehemaligen Jugoslawien sowie mit Drogen hat das Landgericht Ulm zwei Männer zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Für sechs Jahre und sechs Monate soll nach dem am Freitag verkündeten Urteil ein 63-Jähriger hinter Gitter, sein 42 Jahre alter Komplize für drei Jahre und neun Monate. Der Vorsitzende Richter Wolfgang Tresenreiter folgte damit weitgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft (Az.: 3 KLs 17 Js 7074/17).

Der 42-Jährige hatte demnach im Laufe des Jahres 2017 in seiner Heimatregion um die Stadt Orašje im Norden von Bosnien-Herzegowina unter anderem ein Sturmgewehr des Typs Kalaschnikow, vier Handgranaten sowie Pistolen und Munition besorgt und nach Deutschland gebracht. Der 63-Jährige hatte die Waffen in seinem Gartengrundstück an der Donau bei Ulm versteckt. Bei dem Versuch, Waffen und mindestens 50 Gramm Kokain zu verkaufen, war er an einen V-Mann der Polizei geraten und festgenommen worden.

Die Granaten und das Sturmgewehr gelten nach deutschem Recht als Kriegswaffen. Der illegale Handel damit wurde daher auch als Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz gewertet. Strafverschärfend wirkte sich laut Urteil für den 63-Jährigen auch aus, dass er mindestens in einem Fall bewaffnet zu einem Drogendeal erschien. Zudem ist er mehrfach vorbestraft. Bei der Urteilsfindung habe man aber auch berücksichtigt, dass der Angeklagte gesundheitlich angegriffen sei, erläuterte Tresenreiter. Gegen die Urteile kann noch bis Ende kommender Woche Revision eingelegt werden.

Nach Ansicht von Ermittlern wollten sich die Angeklagten mit der Beschaffung und dem Verkauf von Waffen aus Bosnien-Herzegowina eine illegale Quelle für einen erheblichen Nebenerwerb schaffen. Etliche Handfeuerwaffen, aber auch Granaten sowie automatische Waffen aus Ex-Jugoslawien sollen in den vergangenen Jahren auf Schwarzmärkte mehrerer europäischer Länder gelangt sein.

Erst im Juni waren Polizeibehörden in Kroatien, Deutschland und der Schweiz in einer gemeinsamen Aktion gegen einen international agierenden Schieberring vorgegangen, der mit Waffen vom Westbalkan handelte. Dabei war in Essen ein 42 Jahre alter Mann aus Bosnien-Herzegowina verhaftet worden. Bei Durchsuchungen in Essen fanden Ermittler ein Sturmgewehr und 15 Kilogramm Munition.

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