Egal ob essen gehen im Restaurant oder mit Freunden in der Kneipe oder der Bar was trinken: In vielen Bundesländern gilt für Innenräume bereits die 3G-Regel. Bedeutet: Der Zugang ist nur mit Nachweis über eine Impfung, eine Genesung oder einen negativen Corona-Test möglich. Doch auch die 2G-Regel wird in einigen Bundesländern mittlerweile angewandt oder könnte bald kommen. Zugang haben demnach nur Geimpfte und Genesene. Für Ungeimpfte resultieren starke Einschränkungen.
Angesichts der steigenden Inzidenz und der Corona-Zahlen kommt es nun teilweise zu einer Verschärfung der Corona-Regeln für die Gastronomie. Welche Beschlüsse gelten aktuell für Bars, Restaurants und Kneipen?
  • Seit 23. August gilt in Deutschland eine erweiterte Testpflicht für Ungeimpfte, um Zugang zur Gastronomie zu erhalten
  • In Baden-Württemberg gilt seit 16.09. eine neue Corona-Verordnung, die Ungeimpften durch die 2G-Regel in der sogenannten Alarmstufe den Zugang zur Gastronomie untersagt.
  • In vielen weiteren Bundesländern wurde die 2G-Regel jüngst eingeführt
  • In Hamburg gilt die 2G-Option bereits seit August
  • In Clubs sind die Regeln strenger als in der Gastronomie. Ungeimpfte und Nicht-Genesene benötigen einen PCR-Test

Gastronomie-Regeln in Deutschland aktuell: Testpflicht für Ungeimpfte bei Inzidenz über 35

Für Ungeimpfte gilt in Deutschland seit 23. August eine erweiterte Testpflicht in Innenräumen. Wer weder geimpft noch genesen ist, muss sich vor dem Besuch im Restaurant, in der Kneipe oder Bar testen lassen. Liegt die Inzidenz unter 35, kann diese Regel laut der aktuellen Verordnung ausgesetzt werden. In manchen Bundesländern gelten jedoch eigene, veränderte und teils verschärfte Maßnahmen.

Testpflicht in der Gastronomie: Gibt es in Bundesländern auch Ausnahmen?

Als neue Kennzahl für die 3G-Regel in Innenräumen – also Zutritt nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete – vereinbarten Bund und Länder einen Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern: Wenn der Wert in einem Landkreis stabil unter dieser Zahl liegt, können die Länder die 3G-Regel ganz oder teilweise aussetzen.
Ausgenommen von der Regelung sind alle Kinder bis zum 6. Lebensjahr und Schüler. Die Erforderlichkeit der 3G-Regel wird mindestens alle vier Wochen überprüft.
Ein Bundesland, das bei der 3G-Regel und der Testpflicht für Ungeimpfte von Anfang an einen eigenen Weg ging, war Baden-Württemberg. In Hamburg gilt die 2G-Option.

Schnelltest oder PCR-Test in der Gastronomie: Welchen Test braucht man für Restaurants?

Ungeimpfte, die Innenräume von Restaurant und Co. betreten wollen, müssen entweder einen höchstens 24 Stunden alten negativen Antigen-Schnelltest oder einen höchstens 48 Stunden alten negativen PCR-Test vorlegen.

Neue Corona Verordnung BW: Das gilt in Baden-Württemberg seit dem 16.09.

Wer den Außenbereich eines Gastronomie-Betriebs besucht, braucht bei geltender „Basisstufe“ in Baden-Württemberg als Ungeimpfter keinen Nachweis über einen negativen Corona-Test. Ohne Test ist es als Nicht-Geimpfter jedoch nicht möglich, im Innenbereich Platz zu nehmen.
Im dreistufigen Warnsystem, das in der neuen Corona-Verordnung Baden-Württembergs verankert ist, wird die Warnstufe ausgerufen, wenn die Hospitalisierungsinzidenz an fünf Werktagen in Folge den Wert von 8 erreicht oder die Auslastung der Intensivbetten in den Kliniken an zwei Werktagen hintereinander den Wert von 250 erreichen. Ungeimpfte müssen auch im Außenbereich die 3G-Regel beachten. Im Innenbereich müssen nicht geimpfte Menschen sogar einen PCR-Test vorlegen.
Schon vor dem Inkrafttreten der neuen Corona-Verordnung drohten Ungeimpften in Baden-Württemberg Einschränkungen durch die 2G-Regel. Nun ist gewiss, dass nicht geimpften Menschen starke Einschränkungen in Kauf nehmen müssen, wenn die Alarmstufe ausgerufen wird. Wer als ungeimpft gilt, kann durch die 2G-Regel dann kein Restaurant mehr betreten.

Gastronomie Regeln Bayern: Das gilt seit 02. September

In Bayern gelten seit 02.09.21 völlig neue Corona-Regeln. Nach dem Kabinettsbeschluss hat die Inzidenz als Maßstab ausgedient. Die Sperrstunde in der Gastronomie entfällt. Stattdessen gilt in Innenräumen breitflächig der 3G-Grundsatz: Zugang zu vielerlei öffentlichen und privaten Einrichtungen haben nur noch Geimpfte, Genesene oder Personen mit einem negativen Test. Auf was man in Bayern beim Besuch von Restaurant und Biergarten im Detail achten muss, gibt es hier nachzulesen:

Wie laufen die Kontrollen in der Gastronomie ab?

In Bayern müssen Wirte ab einer Inzidenz von 35 prüfen, ob Gäste in den Innenräumen geimpft, genesen oder getestet sind. Bayerns Gesundheitsminister vertraut darauf, dass das auch passiert. Aber werden die Kontrollen auch kontrolliert?
Es sei im Interesse der Gastronomen, das Ansteckungsrisiko in ihren Betrieben so gering wie möglich zu halten. „Daher vertraue ich darauf, dass sie die erforderlichen Nachweise kontrollieren. Klar ist jedoch auch, dass an die Gastronomen keine übertriebenen Anforderungen bei der Kontrolle der Test-, Impf- oder Genesenen-Nachweise zu stellen sind. Die vorgezeigten Nachweise sind lediglich einer Plausibilitätskontrolle zu unterziehen“, sagt Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) auf BR-Anfrage.
Für die Feststellung und Ahndung von Verstößen sind die jeweiligen Kreisverwaltungsbehörden mit Unterstützung der Polizei zuständig, teilt das Bayerische Gesundheitsministerium mit.
Zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Regeln haben Polizei und Zoll nach Angaben der Deutschen Presse Agentur zuletzt bei der Kontrolle von Gaststätten in Nürnberg aufgedeckt. Es seien unter anderem die Maskenpflicht und die 3G-Regel nicht eingehalten worden, teilte die Stadt am Dienstag, 21.09., mit. Die Ermittler hatten am Samstag rund 30 Gaststätten, Lokale und Clubs kontrolliert. In 50 Fällen gab es Anzeigen.

Gastronomie Regeln Brandenburg: Diese Maßnahmen gelten aktuell

In Brandenburg ist für Ungeimpfte der Nachweis eines negativen Corona-Tests für den Besuch der Gastronomie allgemein Pflicht. Vorgelegt werden muss ein Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden ist. Diese Testpflicht besteht nicht, wenn die Inzidenz in Landkreisen und kreisfreien Städten unter 20 liegt. Im Außenbereich ist das nicht notwendig.

Niedersachsen: freiwillige 2G-Option für Gastronomie

Niedersachsen führt eine freiwillige 2G-Option für viele weitere Branchen ein, darunter auch die Gastronomie. Wie Regierungschef Stephan Weil (SPD) im Landtag in Hannover ankündigte, dürfen künftig Gastronomen auf eigenen Wunsch hin nur Geimpfte und Genesene einlassen. Besucher, die lediglich einen Corona-Test vorlegen, müssen draußen bleiben. Im Gegenzug werden dann die Masken- und Abstandspflicht ausgesetzt.

Clubs PCR-Test: Was kostet der Corona-Test für Ungeimpfte?

Es wird wieder getanzt, die Clubs dürfen in einigen Bundesländern wieder öffnen, darunter auch in Baden-Württemberg und Bayern. Wer eintreten will, muss allerdings einen PCR-Test vorweisen, es sei denn man hat bereits beide Corona-Impfungen erhalten und ist voll geschützt oder man ist nachweislich von Covid-19 genesen. Der PCR-Test dauert länger und ist deutlich teurer als ein Antigen-Schnelltest. Alle Infos zum PCR-Test im Artikel unter diesem Link.

Rechtsexperte: Ungeimpfte müssen Nachteile durch 2G-Regel akzeptieren

Der Grundrechtsexperte Stefan Huster sieht keine rechtlichen Hindernisse für eine landesweite Einführung der 2G-Regel bei Veranstaltungen und in der Gastronomie. „Wer sich nicht gegen Corona impfen lassen will, muss Nachteile durch die 2G-Regel in Kauf nehmen“, sagte der Professor für Öffentliches Recht, Sozial- und Gesundheitsrecht an der Ruhr-Universität Bochum der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ, Dienstag). Huster erklärte, die Landesregierung könne „2G“ erlassen, wenn sie zugleich deutlich mache, dass dadurch das Infektionsrisiko gemindert werde.

Corona führt zu Fachkräfte-Mangel in Sachsen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben im vergangenen Jahr in Sachsen zu einem deutlichen Rückgang der Zahl der Beschäftigten in der Tourismusbranche geführt. Im Durchschnitt waren 2020 nach Angaben des Statistischen Landesamtes 93 400 Menschen in der Branche tätig. Gegenüber 2019 habe dies einen Rückgang um rund 3600 Personen beziehungsweise 3,7 Prozent bedeutet, teilten die Statistiker am Donnerstag in Kamenz mit.
Im touristischen Kernbereich Beherbergungsgewerbe und Gastronomie sowie bei Dienstleistungen für Zweitwohnsitze sank die Zahl der Erwerbstätigen den Angaben zufolge auf 41 100 Personen. Dahinter stand den Statistikern zufolge ein überdurchschnittliches Minus um 5,5 Prozent. Erheblich geringer fiel der Rückgang im tourismusrelevanten Einzelhandel mit 0,5 Prozent auf 17 200 Erwerbstätige aus.