Stuttgart Fußball-WM erstmals für ARD und ZDF zentral aus Baden-Baden

Ein Studio des Nationalen Sendezentrums (NBC) von ARD und ZDF für die FIFA Fußball-WM 2018. Foto: Uli Deck
Ein Studio des Nationalen Sendezentrums (NBC) von ARD und ZDF für die FIFA Fußball-WM 2018. Foto: Uli Deck © Foto: Uli Deck
Stuttgart / DPA 05.06.2018

Für die Berichterstattung von der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland haben ARD und ZDF erstmals ein gemeinsames nationales Sendezentrum in Baden-Baden aufgebaut. Durch die Zusammenarbeit am Standort des Südwestrundfunks (SWR) könnten beide Sender jeweils Millionenbeträge einsparen, teilten die Verantwortlichen am Dienstag mit. Konkrete Zahlen nannten sie nicht. „Mir ist es wichtig, dass wir Distanz zum Land und zur FIFA haben“, sagte ARD-WM-Projektleiter Thomas Wehrle. Bisher hatten die Sender bei den Fußball-Weltmeisterschaften jeweils Sendezentren im Ausrichterland.

Wegen bezahlbarer Preise für die Bildübertragung über Glasfaserkabel sei die Steuerung vom Schwarzwald aus möglich - mit weniger Personal und Mietflächen in Russland, sagte Wehrle. ZDF-WM-Programmchef Christoph Hamm sagte, dass es trotz der Zusammenarbeit im Gebäude des SWR keine Gleichschaltung der Programme, sondern auch Konkurrenz gebe. Beide Sender arbeiten mit eigenem Personal, teilen sich aber die Technik für die Übertragung des größten Sportereignisses des Jahres. Die WM ist vom 14. Juni bis 15. Juli in mehreren russischen Städten.

Bei einer Diskussionsrunde vor der Präsentation des Sendezentrums sagte der ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt, dass Doping auch im Fußball eine Rolle spiele. Ob er nach Russland zur Berichterstattung reist, werde noch intern abgestimmt bei dem Sender. Seppelt beklagte, dass ihm nach seinen Anti-Doping-Berichten eine „unglaubliche Aggression“ aus dem Internet entgegenschlage. „Das habe ich so noch nie erlebt.“ Angst habe er aber nicht. „Wenn ich jetzt nur angstbesessen durchs Leben laufen würde, dann bräuchte ich den Job nicht zu machen“, meinte er. Russland hatte Seppelt erst nach Protest der Bundesregierung eine Einreiseerlaubnis erteilt.

Südwestrundfunk

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