Die Führerscheine in Deutschland werden auf den EU-Standard gebracht und sind nicht mehr unbegrenzt gültig. Das bedeutet, dass alle Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland ihre Fahrerlaubnis umtauschen müssen – egal, ob sie noch einen alten „Lappen“ oder schon einen Kartenführerschein besitzen.
  • Die Führerscheine müssen aber nicht alle gleichzeitig umgetauscht werden, sondern über Jahre hinweg.
  • Das hängt vom Alter bzw. Jahrgang der Autofahrer und Führerscheine ab.
  • Hier erfahrt ihr, wann ihr euren Führerschein umtauschen und ob ihr dafür bezahlen müsst.

Tabelle der Jahrgänge: Diese Führerscheine müssen Anfang 2022 umgetauscht werden

Bis zum 19. Januar 2022 müssen die ersten Autofahrerinnen und Autofahrer ihr Führerscheine umtauschen – und zwar dann, wenn sie zwischen 1953 und 1958 geboren wurden. Anschließend müssen im Jahresrhythmus weitere Personen ihre Fahrerlaubnis neu beantragen. Hier eine Übersicht:
  • Personen mit Geburtsjahrgang vor 1953 müssen den Führerschein bis 19. Januar 2033 umtauschen.
  • Personen mit Geburtsjahrgang zwischen 1953 und 1958 müssen den Führerschein bis 19. Januar 2022 umtauschen.
  • Personen mit Geburtsjahrgang zwischen 1959 und 1964 müssen den Führerschein bis 19. Januar 2023 umtauschen.
  • Personen mit Geburtsjahrgang zwischen 1965 und 1970 müssen den Führerschein bis 19. Januar 2024 umtauschen.
  • Personen mit Geburtsjahrgang 1971 und später müssen den Führerschein bis 19. Januar 2025 umtauschen.

Termine für den Umtausch des alten Karten-Führerscheins

Den EU-Führerschein gibt es seit 2013. Vorher wurde seit 1998 der deutsche Kartenführerschein ausgegeben. Auch dieser muss bald gegen den neueren EU-Führerschein getauscht werden. Maßgeblich ist dafür aber nicht das Alter der Autofahrerinnen und Autofahrer, sondern das Datum, zu dem der Führerschein ausgestellt wurde.
  • Führerscheine mit Ausstellungsdatum in den Jahren 1999 bis 2001 müssen bis 19. Januar 2026 umgetauscht werden.
  • Führerscheine mit Ausstellungsdatum in den Jahren 2002 bis 2004 müssen bis 19. Januar 2027 umgetauscht werden.
  • Führerscheine mit Ausstellungsdatum in den Jahren 2005 bis 2007 müssen bis 19. Januar 2028 umgetauscht werden.
  • Führerscheine mit Ausstellungsdatum im Jahr 2008 müssen bis 19. Januar 2029 umgetauscht werden.
  • Führerscheine mit Ausstellungsdatum im Jahr 2009 müssen bis 19. Januar 2030 umgetauscht werden.
  • Führerscheine mit Ausstellungsdatum im Jahr 2010 müssen bis 19. Januar 2031 umgetauscht werden.
  • Führerscheine mit Ausstellungsdatum im Jahr 2011 müssen bis 19. Januar 2032 umgetauscht werden.
  • Führerscheine mit Ausstellungsdatum ab dem 1. Januar 2012 bis 18. Januar 2013 müssen bis 19. Januar 2033 umgetauscht werden.

Wo kann man einen Führerschein verlängern oder neu beantragen?

Dafür sind die Fahrerlaubnis-Behörden der Städte und Landkreise zuständig. Falls ihr in Baden-Württemberg wohnt, könnt ihr die für euch zuständige Behörde herausfinden, indem ihr eure Postleitzahl im Service-Portal eingebt.

Alten Führerschein umtauschen – geht das auch online?

Das ist nicht einheitlich geregelt, jede Behörde kann das selbst entscheiden. In der Regel müsst ihr bei der Führerschein-Stelle vorbeigehen und das Dokument abholen, nachdem ihr es verlängert oder neue beantragt habt.

Wie viel kostet der neue EU-Führerschein?

Laut der Website der Bundesregierung muss man etwa 25 Euro zahlen. In Baden-Württemberg sind es 25,30 Euro, so steht es im Online-Serviceportal des Bundeslandes.

Wie lange ist der neue Führerschein gültig?

Der EU-Führerschein muss alle 15 Jahre erneuert werden. Dadurch sollen Fälschungen erschwert werden, weil das Passfoto und die persönlichen Daten regelmäßig aktualisiert werden. Bedingungen gibt es nicht, ärztliche Untersuchungen oder Prüfungen zur Fahreignung finden bei einer Verlängerung des Führerscheins nicht statt.

Diese Dokumente braucht ihr, wenn ihr euren Führerschein verlängern oder neu beantragen wollt

  • einen gültigen Personalausweis oder Reisepass
  • ein biometrisches Passfoto
  • den aktuellen Führerschein

Das gilt für den Umtausch des Motorrad-Führerscheins

Für den Umtausch oder die neue Beantragung eines Motorrad-Führerscheins gelten dieselben Regeln wie für den Autoführerschein.

Diese Strafe müsst ihr zahlen, wenn ihr euren Führerschein zu spät umtauscht:

Versäumt ihr die Frist zum Umtausch des Führerscheins, sind zehn Euro Strafe fällig. Ob weitere Strafen folgen würden, falls ihr den Führerschein weiterhin nicht umtauscht, ist nicht einheitlich geregelt. In jedem Fall läuft nicht eure Fahrerlaubnis ab, sondern nur das Führerschein-Dokument.

Führerschein Umtausch: Kulante Regeln gefordert

Die Verkehrsminister der Länder haben ihre Innenressort-Kolleginnen und Kollegen um eine Kulanzregelung bei dem im Januar anlaufenden Austauschprogramm für alte Papier-Führerscheine gebeten. Bei dem gestaffelten Verfahren sind in der erste Runde die Jahrgänge 1953 bis 1958 betroffen, die bis 19. Januar 2022 ihre alten bis 1998 ausgestellten Dokumente gegen neue EU-Führerscheine austauschen müssen.
Wer dies aber unter den derzeitigen Bedingungen der Corona-Pandemie aufgrund der eingeschränkten Öffnungszeiten der Landratsämter nicht schafft, soll dies aus Sicht der Verkehrsministerinnen und - minister ausnahmsweise auch noch bis Mitte des Jahres (19. Juli) tun können, ohne mit einem Bußgeld belegt zu werden. Nach bisheriger Regelung verliert der alte Führerschein mit Ablauf der Frist seine Gültigkeit.
Man sei gegen eine Verlängerung der Frist, appelliere aber an die Innenminister der Länder, dass in solchen unverschuldeten Fällen im ersten halben Jahr keine Sanktionen verhängt werden, sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) am Freitag nach der Verkehrsministerkonferenz. Es gehe insgesamt um etwa 45 Millionen auszutauschende Führerscheine und jährlich um rund 2,5 bis 3 Millionen. Die zeitliche Staffelung läuft bis 2033.

In Baden-Württemberg gibt es Verzögerungen beim Umtausch von Führerscheinen

Zahlreiche Autofahrer im Südwesten werden Probleme beim Umtausch ihres Führerscheins bekommen. Die ersten Fahrer müssen den Papierschein eigentlich bis Mitte Januar gegen einen Führerschein im Kartenformat eintauschen. Doch die Behörden werden nicht alle Antrage rechtzeitig abarbeiten können, befürchtet der Landkreistag. In der Pandemie gebe es einerseits weniger Termine bei den Führerscheinstellen, andererseits würden die Menschen sie zögerlicher annehmen.Wie viele Scheine im Südwesten umgetauscht werden müssen, ist dem Verkehrsministerium nach eigenen Angaben nicht bekannt. Die Führerscheine seien nicht zentral erfasst und ausgestellt worden, sondern über die jeweiligen lokalen Behörden.

ADAC: Probezeit für junge Autofahrer und Fahranfänger verlängern

Die Führerschein-Probezeit für Fahranfänger sollte nach Ansicht des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) von zwei auf drei Jahre verlängert werden. Eine solche Reform mache Sinn. „Fahranfänger haben nach wie vor das höchste Unfallrisiko. Eine weiter verbesserte und intensivere Fahranfängerausbildung kann zu deutlich mehr Sicherheit im Straßenverkehr beitragen“, sagte ADAC-Sprecherin Katrin van Randenborgh mit Blick auf Pläne der Verkehrsminister und einen entsprechenden Bericht von Verkehrsexperten.
In einem gewissen zeitlichen Abstand sollten nach Erhalt der Fahrerlaubnis eine „Feedback-Schleife“ eingeführt werden. „Das können Feedbackfahrten oder Fahrsicherheitstrainings sein. Nach erfolgreicher Teilnahme wäre dann wiederum eine Reduzierung der Probezeit um ein Jahr denkbar“, betonte van Randenborgh. Am (heutigen) Donnerstag und Freitag treffen sich die Verkehrsminister der Länder in einer Videoschalte zu einer Konferenz, bei der die „Reform des Maßnahmensystems für Fahranfänger“ auf der Tagesordnung steht.
Der ADAC unterstützte auch Pläne, das begleitete Fahren bereits ab 16 Jahren zu ermöglichen. Bisher geht das erst ab 17 Jahren. Mit einer Altersherabsetzung könne der Lernzeitraum verdoppelt und das Unfallrisiko der Fahranfänger dank der größeren Fahrpraxis weiter reduziert werden. Zudem warb der Verein dafür, das absolute Alkoholverbot im Straßenverkehr auf Fahrer bis zum 24. Lebensjahr auszudehnen. Der Abschlussbericht der Expertengruppe liegt bereits seit 2019 vor.