Antarktis Früchtekuchen - auch nach 106 Jahren noch genießbar

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Antarktis / Joanna Stolarek 14.08.2017

106 Jahre alt ist eigentlich kein Alter. Nicht erst seit Johannes Heesters weiß man das. Frisch und knackig kann man da noch sein. Zum Anbeißen. Fast. Wie der Kuchen, den neuseeländische Forscher in der Antarktis in einer entlegenen Hütte auf der Landzunge Kap Adare fanden. Im Papier gewickelt und in einer verzinnten Dose aufbewahrt, lag er da und wartete 106 Jahre wohl darauf, verspeist zu werden. Und was machen die Wissenschaftler? Sie forschten.

Zwar sah und roch der Kuchen noch appetitlich, aber ein Verzehr widerspreche der wissenschaftlichen Ethik, sagten sie. Doch wie kommt das Süßgebäck eigentlich in die abgelegene Gegend, wo sich Flora und Fauna meist ungestört entwickeln können und der Mensch als Besucher allenfalls ein kurzes Gastspiel gibt?

Wie der Brite Robert Falcon Scott, der 1911 mit seinem Team die Hütten in der Antarktis nutzte und den Kuchen möglicherweise liegen ließ. Dieser wurde von der britischen Firma „Huntley und Palmers“  hergestellt. Also schlussfolgerten die Wissenschaftler, dass der Snack von Scotts Team stammen muss. Früchtekuchen sei wegen seines hohen Energiegehaltes perfekt geeignet für antarktische Bedingungen, sagt  die Leiterin des Forschungsprojektes, Lizzie Meek. Das Gebäck kehrt nun zurück in die Hütte – als Ausstellungsobjekt und wartet dort möglicherweise weitere 100 Jahre auf jemanden, der ihn vielleicht doch noch aufessen will.