Freiburg Freiburger Missbrauchsfall: Polizei plant Abschlussbericht

Freiburg / DPA 25.01.2018

Im Fall des jahrelangen Missbrauchs eines Neunjährigen bei Freiburg arbeitet die Polizei an ihrem abschließenden Ermittlungsbericht. Dieser gehe in den kommenden Wochen an die Justiz, sagte der Chef der Freiburger Kriminalpolizei, Peter Egetemaier, zwei Wochen nach Bekanntwerden des Falls der Deutschen Presse-Agentur. Die vor viereinhalb Monaten bei der Freiburger Kriminalpolizei gebildete Ermittlungsgruppe „Kamera“ habe Spuren und Beweise zusammengetragen. Diese dienten der Anklage und Strafprozessen als Grundlage. Einzelheiten, etwa zu den Vernehmungen der insgesamt acht Tatverdächtigen, nannte Egetemaier nicht.

Der heute neun Jahre alte Junge wurde den Ermittlungen zufolge von seiner Mutter und deren Lebensgefährten über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren Männern für Vergewaltigungen überlassen. Die Mutter und ihr Lebensgefährte sollen dafür laut Staatsanwaltschaft jeweils bis zu mehrere tausend Euro erhalten haben. Zudem wird dem Paar vorgeworfen, an Vergewaltigungen aktiv beteiligt gewesen zu sein.

Begonnen hatte die Ermittlungen im vergangenen September. Acht Tatverdächtige aus dem In-und Ausland sitzen in Untersuchungshaft. Gegen einen von ihnen ist Justizangaben zufolge bereits Anklage erhoben worden, ein Prozess ist noch nicht terminiert.

Justiz und Jugendamt stehen in dem Fall in der Kritik. Ihnen wird vorgeworfen den Jungen nicht ausreichend geschützt, ihn trotz Warnungen bei der Mutter gelassen zu haben und gerichtlich angeordnete Auflagen nicht kontrolliert zu haben.

Pressemitteilung der Polizei vom 11.1.

Zweite Pressemitteilung der Ermittler vom 11.1.