In der Tat: Smartphonenutzer aktivieren einer Studie zufolge 88 Mal am Tag den Bildschirm ihres Gerätes. "Wenn wir von acht Stunden Schlaf am Tag ausgehen, unterbrechen wir somit unsere Tätigkeit alle 18 Minuten, um zum Handy zu greifen", sagte Alexander Markowetz vom Institut für Informatik der Universität Bonn der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

35 Mal handele es sich um kurze Aktivitäten wie ein Blick auf die Uhr. Um E-Mails und andere Nachrichten zu schreiben oder Apps zu nutzen, werde das Gerät 53 Mal entsperrt. Dies habe eine Untersuchung an seinem Institut ergeben.

Der Experte empfiehlt eine "digitale Diät". Das bedeute: Telefon weglegen, sich ohne Unterbrechung auf etwas konzentrieren - "und merken, dass die Welt dadurch nicht zusammenbricht, wir noch leben und unsere Freunde uns noch mögen".

Markowetz sagte, er spreche digitalen Entwicklungen gar nicht ihren positiven Nutzen ab. Aber: "Wir müssen uns bewusstwerden, wie wir damit umgehen, damit wir möglichst viel Glück dabei verspüren und gesund bleiben." Außerdem sei es "höchste Zeit" für eine Etikette im digitalen Alltag - dazu könne gehören, unwichtige Dinge erst gar nicht zu kommunizieren.