Kommentar Forschen für die Demokratie

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Kommentarfotos © Foto: Thomas Koehler/photothek.net Pho
Berlin / Mathias Puddig 20.07.2018

Publikationen sind die Währung der Wissenschaftler. Ohne sie gibt es keine Karriere und kein Geld. Der Druck, Erkenntnisse in Fachmagazinen unterzubringen, ist deshalb enorm. Zugleich ist der Weg zur Publikation zeitraubend, nervenaufreibend und oft genug erfolglos. Wie verlockend ist es für die Forscher, die Abkürzung zu nehmen – und wie verheerend für uns alle.

Nur jeder Zweite vertraut Wissenschaft

 Denn die Wissenschaft steht unter Beschuss. Populisten setzen ihren Fakten einfach „alternative Fakten“ entgegen, so als handele es sich um Meinungen. Mit Erfolg: In einer Umfrage sagte 2017 nur jeder Zweite, dass er der Wissenschaft vertraut.

Misstrauen ist gefährlich

All diese Skeptiker werden sich durch den Skandal um scheinwissenschaftliche Verlage bestätigt sehen. Ihr Misstrauen ist gefährlich, denn es betrifft die Grundlagen des Zusammenlebens. Wo es keine unbestrittenen Fakten gibt, da gibt es keine Debatte und folglich auch keine Demokratie. Dem müssen sich Wissenschaftler aller Disziplinen entgegenstellen. Es reicht nicht, jeden Einzelfall zu prüfen. Gemeinsam mit der Politik müssen sie überlegen, wie es zu einem solchen Skandal erst kommen konnte.

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