Neu-Ulm Erneut Blindgänger-Fund: Fliegerbombe in Neu-Ulm entschärft

Polizisten bereiten sich auf die Evakuierung vor. Foto: Stefan Puchner
Polizisten bereiten sich auf die Evakuierung vor. Foto: Stefan Puchner © Foto: Stefan Puchner
Neu-Ulm / DPA 13.04.2018

Erneut haben Sprengmeister in Neu-Ulm eine 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe entschärft. Rund 12 000 Menschen hatten zuvor am Freitag ihre Wohnungen verlassen müssen, auch der Zugverkehr wurde vorübergehend eingestellt. Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg lag auf einer Großbaustelle in sechs Metern Tiefe. Das Gelände war im Krieg als Eisenbahnknotenpunkt für Munitionstransporte ein bevorzugtes Angriffsziel. Es war bereits die dritte Entschärfung im Bereich der Baustelle binnen weniger Wochen.

Die Evakuierung der Gebäude in der Sperrzone hatte am frühen Morgen begonnen. Polizeibeamte klingelten an den Häusern und forderten die Bewohner auf, den Bereich zu verlassen. Lediglich knapp 60 Menschen hätten sich geweigert, die Gefahrenzone zu verlassen, sagte Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (CSU). Sie hätten unterschrieben, auf eigene Verantwortung in ihren Wohnungen zu bleiben.

Noerenberg zufolge ist nicht auszuschließen, dass sich in dem Areal weitere Blindgänger befinden. Er bat die Baufirma, das Gebiet gezielt abzusuchen, um mögliche weitere Entschärfungen zusammenfassen zu können. Schließlich seien alle Geschäfte in der Sicherheitszone am Freitag geschlossen geblieben, auch steckten erhebliche Steuergelder hinter einer Evakuierung, die zudem gerade für viele ältere Menschen belastend sei.

Nach Angaben einer Sprecherin der Stadt war die Evakuierung schneller abgelaufen als zuletzt bei der Entschärfung an einem Sonntag. Das habe auch daran gelegen, „dass viele Menschen arbeiten oder sowieso draußen unterwegs waren und schon wussten, wie eine Evakuierung abläuft“.

Eine 65 Jahre alte Frau wurde vorübergehend festgenommen, als sie den Gefahrenbereich betreten wollte. Polizisten hatten sie davon abhalten wollen, woraufhin sie auf die Beamten mit einem Regenschirm einschlug. Zudem nahm die Polizei einen 35-Jährigen fest, der sich an den Absperrungen aufhielt - und gegen den ein Haftbefehl vorlag. Gegen die Zahlung von 450 Euro kam der Mann wieder auf freien Fuß.

Auch der Bahnverkehr war eingeschränkt: In Neu-Ulm hielten ab dem Morgen keine Züge mehr, sondern fuhren direkt ins benachbarte Ulm weiter. Während der Entschärfung durften die Züge nach Angaben der Stadtsprecherin auch nicht durch Neu-Ulm durchfahren, sondern mussten warten.

Bereits Mitte März war in Neu-Ulm eine 500 Kilogramm schwere Bombe entschärft worden. Anfang März war zunächst eine 75 Kilo schwere US-amerikanische Bombe unschädlich gemacht worden. Da diese aber eine wesentlich geringere Sprengkraft hatte, waren die Sperrmaßnahmen dafür deutlich kleiner.

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