Reifenberg Fliegenplage sucht Kirche heim

Die fliegengeplagte Wendelin-Kirche in der Pfalz.
Die fliegengeplagte Wendelin-Kirche in der Pfalz. © Foto: dpa
SIMON RIBNITZKY, DPA 22.09.2016

Viele Kirchen werben händeringend um Besucher – oft genug vergeblich. Doch wenn es so läuft wie in Reifenberg in der Südwestpfalz, ist es auch nicht gut: In der katholischen St-Wendelin-Kirche haben sich Fliegen eingefunden. Die Insekten sind überall: Altar, Orgel, Lampen, Decken – nichts ist vor den ungebetenen Gästen sicher. Gottesdienste sind hier im Moment nicht möglich. „Die Fliegen haben sich in den Haaren der Leute verfangen“, sagt Michaela Hüther, die Bürgermeisterin des Dorfes. „So etwas habe ich noch nicht erlebt, es ist mir ein absolutes Rätsel.“

Reifenberg ist ein 800-Einwohner-Dorf in der Südwestpfalz. Gottesdienst ist nur alle zwei Wochen, der Pfarrer muss mehrere Gemeinden bedienen. An der Holztür des katholischen Gotteshauses hängt noch ein Zettel vom Vorabend: „Die Andacht findet heute Abend im Pfarrheim statt.“ Durch die gekippten Fenster müssten die Fliegen in die Kirche gelangt sein, vermutet Michaela Hüther. Los ging es Anfang vergangener Woche, als die Temperaturen noch bei über 30 Grad lagen. In der Kirche sei es schließlich immer ein bisschen kühler, die Luft feuchter. Schädlingsbekämpfer Jürgen Vettel hält diese Erklärung ebenfalls für wahrscheinlich.

Orgel, Kirchenbänke und Altar hat man vorsichtshalber in Malerfolie gehüllt. Alle paar Tage kehrt Toni Hüther, der sich um das Gotteshaus kümmert, die Fliegenleichen auf dem Boden zusammen. Eins scheint klar: Von allein wird die Kirche so schnell nicht fliegenfrei. Deshalb soll jetzt der Kammerjäger kommen. „Man kann das ja so nicht lassen“, sagt die Bürgermeisterin. Mit Biowirkstoff soll eine Spezialfirma den Insekten zu Leibe rücken. „Gottesdienst ist erst wieder Samstag nächster Woche“, sagt Hüther. „Bis dahin haben wir das Problem hoffentlich im Griff.“