Gaffer Schock-Video gegen Gaffer wird Internet-Hit

Ein Gaffer-Video der Feuerwehr Osnabrück wird im Internet gerade sehr oft geklickt.
Ein Gaffer-Video der Feuerwehr Osnabrück wird im Internet gerade sehr oft geklickt. © Foto: Screenshot: Youtube
Ulm / SWP 07.01.2018
Sie glotzen statt zu helfen: Gaffer. Die Feuerwehr Osnabrück tritt dem mit einem Video entgegen. Und landet einen Hit.

Sie glotzen und filmen statt zu helfen: Gaffer. Seit geraumer Zeit schon beschweren sich Polizei und Feuerwehr in der gesamten Bundesrepublik darüber, dass ihre Einsätze von Gaffern und Unfalltouristen behindert werden. Auch bei einem schweren Unfall auf der A 7 am Neujahrstag bei Heidenheim, bei dem eine Frau starb und fünf weitere Menschen verletzt wurden, beschwerten sich die Einsatzkräfte. Die Polizei nahm am Dienstag Ermittlungen gegen zunächst unbekannte Gaffer auf. Autofahrer hatten nach Angaben eines Polizeisprechers das Fehlverhalten gemeldet.

Die Feuerwehr Osnabrück will einem solchen Verhalten aber noch auf anderem Wege Einhalt gebieten. Eine Osnabrücker Studentin hat gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Osnabrück ein Video gedreht, das vom Gaffen abhalten soll. Gezeigt werden drei junge Menschen, die in ihrem Auto unterwegs sind. Beim Anblick eines brennenden Fahrzeugs halten sie an und – fangen an Fotos zu machen, Videos zu drehen und so die Arbeit der Feuerwehr zu behindern. Trotz einer eindringlichen Aufforderung eines der Feuerwehrmänner. Am Ende des Vierminüters will einer der Beteiligten seiner Mutter – nachdem er bereits mehrere Selfies vom Unfallort verschickt hat – von seinem „Abenteuer“ berichten...und erreicht ihr Handy in der Nähe des Autowracks. Das Video wurde bereits mehrere hunderttausendmal abgerufen.

Egal ob in Hessen, Bayern, Bremen, Nordrhein-Westfalen oder dem Saarland, egal ob Verkehrsunfall oder Hausbrand – im gesamten Bundesgebiet hat es in den vergangenen Monaten immer wieder Klagen von Einsatzkräften über das Verhalten von Gaffern gegeben.

Und es gibt erste Konsequenzen: Nach einem tödlichen Unfall auf der A 8 bei Burgau im vergangenen Jahr ist ein Autobahngaffer vom Amtsgericht Günzburg zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen und einem einmonatigen Fahrverbot verurteilt worden. Medien hatten darüber berichtet, dass der Beschuldigte 2700 Euro zahlen müsse. Am 5. September 2017 war auf der Autobahn 8 (Stuttgart–München) ein 59 Jahre alter Motorradfahrer vor den Augen seiner Freunde ums Leben gekommen. Bei Burgau war der Biker mit zwei weiteren Motorradfahrern aus dem Raum Göppingen Richtung München unterwegs, ins Schleudern geraten und gestürzt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel