Färben: Natürlich mit Zwiebelschalen

YEL 08.03.2013

Zwiebelschalen? Und das soll gut aussehen? Die Kollegin rümpft ungläubig die Nase, als ich von meinem Eierfärbrezept erzähle. Im zarten Alter von etwa zehn Jahren hatte ich in der Kinderzeitschrift "Tierfreund" gelesen, dass man mit Zwiebelschalen Eier färben kann; das Ganze mit Hilfe einer ebenfalls skeptischen Mutter ausprobiert - und mache es seitdem so: Im Garten hübsche Blätter sammeln, die aber möglichst klein und flach sein sollten. Gut gehen zum Beispiel Farnspitzen, junger Löwenzahn, Efeu und Giersch.

Die Blätter werden dann vorsichtig auf dem Ei drapiert, und zwar so, dass sie flach aufliegen. Außerdem braucht man eine alte Feinstrumpfhose, die man zuvor in etwa 15 Zentimeter lange Stücke geschnitten hat. Das Strumpfstück wird über Ei und Blatt gestülpt. Die Hose so eng wie möglich um das Ei ziehen, damit genügend Farbe durch die Machen dringen kann, und mit Hilfe eines Fadens zubinden.

Idealerweise hat man in den Wochen zuvor Zwiebelsuppe, Zwiebelkuchen und Gulasch gekocht und die Zwiebelschalen aufgehoben. Je mehr Schalen, desto intensiver die Eierfarbe. Wie viele Schalen man genau braucht, hängt natürlich davon ab, wie viele Eier man färben will. Der Topf sollte aber schon so zu einem Drittel voll sein. Dazu kommt Wasser und man lässt die Mischung eine Weile vor sich hin köcheln - je länger, desto dunkler die Eier. Die kommen am Ende dazu und kochen noch zehn Minuten mit. Wenn man den Strumpf abzieht, sollte das Blattmuster auf dem Ei erscheinen.

Übrigens: Am besten, beziehungsweise am farbintensivsten, klappt es mit braunen Eiern - auch das führt zu so mancher Diskussion im Vorfeld, aber es stimmt!