Datenschutz Facebook will Betroffene am Montag informieren

Das soziale Netzwerk Facebook hat derzeit mächtig mit Kritik zu kämpfen.
Das soziale Netzwerk Facebook hat derzeit mächtig mit Kritik zu kämpfen. © Foto: Mladen Antonov (afp)
Menlo Park / dpa, afp, swp 09.04.2018
Ob ihre Daten weitergegeben wurden, sollen die Nutzer von Facebook am Montag erfahren. Auch die Regeln für Werbung sollen strenger werden.

Nutzer von Facebook sollen am Montag erfahren, ob ihre persönlichen Daten an Dritte weitergegeben wurden. Dazu wird den Betroffenen eine entsprechende Informationen ganz oben in ihrem Newsfeed angezeigt.

Wir werden es jedem mitteilen, dessen Daten von Cambridge Analytica betroffen sein könnten“, sagte Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg in einem Interview mit der Nachrichtenagentur „Bloomberg“.

Auch alle Apps, mit denen Nutzer auf Facebook verbunden sind, sollen dort in einer eigenen Mitteilung zu sehen sein. Dann soll jeder die Möglichkeit, diese Apps zu löschen.

87 Millionen Nutzer betroffen

Mitte März wurde bekannt, dass die britische Analyse-Firma Cambridge Analytica unrechtmäßig an Informationen von Millionen Facebook-Usern gekommen war - ohne deren Wissen. Davon sollen weltweite bis zu 87 Millionen Nutzer betroffen sein, darunter rund 310.000 Anwender aus Deutschland. Zuvor war man von 50 Millionen Betroffenen ausgegangen. Facebook hatte offenbar schon seit rund zweieinhalb Jahren von dem Datenverlust gewusst – dies aber bisher geheim gehalten.

Konzernchef Mark Zuckerberg wird demnächst vor dem US-Kongress - zunächst vor dem Justizausschuss des Senats und dann vor dem Handelsausschuss des Repräsentantenhauses - zu dem Skandal befragt.

Facebook trennt sich von weiterer Firma

Inzwischen hat das Online-Netzwerk eine weitere Firma suspendiert, die eine Rolle beim Brexit-Referendum gespielt hatte. Bei dem kanadischen Datenanalyse-Anbieter AggregateIQ hatten die Befürworter des Austritts Großbritannien aus der Europäischen Union mehrere Millionen Pfund ausgegeben. Ein Facebook-Sprecher erklärte am Wochenende, Auslöser für die vorläufige Suspendierung seien jüngste Berichte über Verbindungen zwischen AggregateIQ und der Muttergesellschaft der Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica, SGL.

Strengere Regeln für Politik-Werbung

Facebook will außerdem Werbeanzeigen mit politischen Inhalten künftig strenger kontrollieren. Bei entsprechenden Beiträgen müsse künftig ausgewiesen werden, wer für die Werbung bezahlt, erklärte Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Zudem würden der Standort und die Identität des Auftraggebers verifiziert. Allerdings schränkte Zuckerberg auch gleich ein: Solche Maßnahmen könnten Missbrauch nicht gänzlich verhindern. Doch es werde schwerer, gefälschte Facebook-Konten und Seiten für die Verbreitung von Werbung zu nutzen.

Facebook will laut Zuckerberg „tausende neue Mitarbeiter“ einstellen, um die neuen Kontrollen vor der US-Kongresswahl im November umzusetzen. „Wir beginnen in den USA weiten es in den kommenden Monaten auf den Rest der Welt aus“, sagte Zuckerberg. Mit Blick auf die „bevorstehenden wichtigen Wahlen in den USA, Mexiko, Brasilien, Indien, Pakistan und weiteren Ländern“ habe es für ihn oberste Priorität, Versuche der Einflussnahme zu unterbinden.