Ende November will die EU-Kommission ihren Vorschlag für den „Product Environmental Footprint“ (PEF) vorlegen, berichtet das Bundeszentrum für Ernährung (BZFE). Er solle die Umweltauswirkungen von Handelswaren messen und könnte der Rahmen für die neue Kennzeichnungspolitik werden. Die Bio-Branche hält den PEF für ungeeignet, das komplexe Nachhaltigkeitsgeflecht zu bewerten und zieht den „Planet Score“ vor, berichtet das BZFE.
Beide Siegel basierten zunächst auf einer Lebenszyklus-Analyse eines Produktes. Der Planet Score sei aber deutlich umfassender und ergänze diese um weitere Kriterien. Dazu gehörten unter anderem die Auswirkungen von Pestiziden auf die biologische Vielfalt und die menschliche Gesundheit und die Auswirkungen auf das Tierwohl.
Die Menge an Nachhaltigkeitssiegeln und -labeln sei auch jetzt schon groß. Produkte und Produktionsweisen würden damit als besonders umweltfreundlich dargestellt und vermarktet. Ob zurecht, sei immer wieder fraglich.

Was können solche Labels bisher?

Kompensationslabel versprechen „Klimaneutralität“, indem Klimagas-Emissionen kompensiert werden. Reduktionslabel weisen eine Verminderung von CO2 im Vergleich aus – im Hinblick auf ein früheres Produkt oder eines Konkurrenzproduktes. Best-in-Class-Label kennzeichnen ebenfalls Waren, die im Vergleich als besonders klimafreundlich gelten sollen. Und schließlich legen viele CO2-Label schlicht Treibhausgasemissionen in absoluten Werten dar… Das einzuordnen, setze schon ein gewisses Expertentum voraus, heißt es im Bericht des BZFE.
Auch der neue EU-Vorschlag schließe das Risiko nicht aus, dass klimafreundlich wirtschaftende Landwirte in Deutschland kaum profitieren – oder sogar Wettbewerbsnachteile haben können. Folgendes Beispiel wird genannt: Wenn man nur die CO2-Last eines Produkts bewertet, dann hätte der konventionell hergestellte Apfel aus Neuseeland im Frühjahr einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem regionalen Apfel. Denn der Transport eines neuseeländischen Apfels verursacht dann weniger Emissionen als die Lagerung heimischer Bio-Äpfel unter Schutz-Gas.
Aber wie sollen nachhaltig wirtschaftende deutsche Obsterzeuger ab dem Frühjahr ihre Äpfel aus dem Lager absetzen, wenn Verbraucher zu neuseeländischen Äpfel greifen, weil ein neues Label ja diese Empfehlung gibt? Ein Klimalabel der EU werde trotz allen offenen Fragen kommen. Zu hoffen bleibt, dass an umfassenden und aussagefähigen Kriterien noch weiter gearbeitet wird.

Mehr Genuss-Geschichten

Übrigens: Alle Geschichten rund ums Thema Essen, Kochen, Restaurants und Ausgehen im Raum Ulm/Neu-Ulm sowie Ernährungstrends bündeln wir auf der Seite www.swp.de/aufgetischt. Dort gibt es auch den Link zu unserem Aufgetischt-Newsletter, in dem wir unsere Leser auf dem Laufenden halten und zusätzlich immer wieder Rezepte und exklusive Gewinnspiele versenden. Hier gibt’s unser Anmeldeformular auch direkt:
Aufgetischt - Das Gastro Themenabo
Wöchentlicher Versand
Alles rund ums Essen im Raum Ulm/Neu-Ulm, Gewinnspiele und Rezepte direkt in Ihr Postfach.
Anrede *
E-Mail *
Vorname *
Nachname *

Wir nehmen den Schutz Ihrer Daten ernst. Bitte lesen Sie mehr dazu unter www.swp.de/privacy.

* Pflichtfelder
Tochterunternehmen der Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG sind:
NPG Digital GmbH, Karlstraße 3, 89073 Ulm
SÜDWEST PRESSE Neckar-Alb GmbH & Co. KG mit Sitz in 72555 Metzingen, Römerstr. 19
Geislinger Zeitung Verlagsgesellschaft GmbH & Co. KG, Hauptstraße 38, 73312 Geislingen
SÜDWEST PRESSE Hohenlohe GmbH & Co. KG, Haalstr. 5 + 7, 74523 Schwäbisch Hall