Kopenhagen EU-Gewässerbericht: Wo es sich unbeschwert baden lässt

GUDRUN SOKOL 27.05.2016
Ungetrübter Schwimmspaß erwartet Badefreunde an den meisten deutschen Flüssen und Seen. Auch im Mittelmeer ist baden meist unbedenklich. 

Gute Nachricht kurz vor dem Sommer: Ob See, Fluss oder Meer – in Deutschland können Schwimmbegeisterte fast überall bedenkenlos in die Fluten springen. Ein EU-Bericht zur Qualität der Badegewässer stellt den allermeisten Badestellen zwischen Westerland und dem Bodensee ein sehr gutes Zeugnis aus.

Fast 98 Prozent erfüllen die EU-Mindeststandards, bei einem großen Teil der 2292 untersuchten Badeplätzen wird die Wasserqualität sogar als „ausgezeichnet“ eingestuft. Nur an ganz wenigen Stellen sollten Badenixen vorsichtig sein: Fünf Gewässer fielen bei den Testern durch.

Bewertet wird in dem aktuellen Bericht, den die Europäische Umweltagentur (EEA) in Kopenhagen am Mittwoch vorstellte, die Wasserqualität in der vergangenen Badesaison –  also von Mai bis September 2015. Den Stempel „mangelhaft“ bekamen drei Badeplätze in Baden-Württemberg – am Strandbad Eriskirch, dem Finsterroter See in Wüstenrot und der Kocherbadebucht in Künzelsau. Im Saarland fiel eine Badestelle an der Nied in Rehlingen-Siersburg durch, in Mecklenburg-Vorpommern war es die Glöwitzer Bucht bei Barth. Beim letzten EU-Bericht zur Gewässer-Qualität waren noch 14 Badestellen als mangelhaft eingestuft worden.

Von den 21 000 Badeplätzen, die in den EU-Ländern sowie der Schweiz und Albanien geprüft wurden, schnitten 2015 nur 385 schlecht ab. An 9 von 10 Badestellen war die Wasserqualität ausgezeichnet. Wen es im Sommer zum Baden in den Süden zieht, dem sei die Insel Zypern empfohlen. Auch auf Malta, in Griechenland und Kroatien lässt es sich unbesorgt schwimmen und planschen.

Wer in Sachen Wasserqualität auf Nummer Sicher gehen will, reist nach Luxemburg. Hier gab es für alle elf gemeldeten Badestellen die Topnote. In Frankreich oder Italien sah es schlechter aus: Dort fielen jeweils 95 Badestellen bei den Proben durch. Allerdings gebe es dort auch besonders viele Badeplätze, geben Gewässerexperten zu bedenken. In Frankreich wurden 3355 getestet, in Italien waren es sogar 5518.

Die Untersuchungen nehmen die Behörden in den jeweiligen Ländern selbst vor. Die EEA sammelt die Daten dann und arbeitet sie auf. Hat sie eine Badestelle mit „mangelhaft“ bewertet, liegt die Wahrscheinlichkeit bei etwa eins zu zehn, dass man davon krank wird.