Strafvollzug Erste Hinrichtung in Arkansas

Little Rock / afp 22.04.2017

Ungeachtet heftiger Kritik an geplanten „Fließband“-Hinrichtungen in Arkansas ist in dem US-Bundesstaat die erste von mehreren umstrittenen Exekutionen vollstreckt worden. Der Häftling Ledell Lee wurde in der Nacht per Giftspritze hingerichtet. Lee habe seine „rechtmäßige Strafe“ erhalten, teilte Arkansas‘ Generalstaatsanwältin Leslie Rutledge nach der ersten Hinrichtung in dem Bundesstaat seit zwölf Jahren mit. Der 51-jährige Afroamerikaner war wegen des Mordes an einer weißen Frau verurteilt worden.

Der republikanische Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, will bis Ende April mehrere Häftlinge hinrichten lassen, weil das Haltbarkeitsdatum des bei Giftinjektionen verwendeten Mittels Midazolam abläuft. In den USA werden die tödlichen Substanzen für die Giftspritzen knapp, weil sich viele europäische Pharmafirmen weigern, den US-Behörden Nachschub zu liefern. Hutchinson hatte deshalb per Dekret die größte Hinrichtungswelle in den USA seit 40 Jahren angeordnet.

Zunächst waren insgesamt acht Hinrichtungen bis zum Monatsende geplant. Gerichte stoppten jedoch mehrere der geplanten Exekutionen. Nach gegenwärtigem Stand sollen bis zum Monatsende drei weitere Todesurteile vollstreckt werden.